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Fossile Süsswasser-Conchylien aus Sibirien

v. Martens, Eduard

Kurzfassung

II. Vor zehn Jahren wurden in dieser Zeitschrift (Jahrg. 1864 pag. 345) einige fossile Conchylien vom Ufer des Jrtysch-Flusses bei Omsk in Sibirien beschrieben, welche Herr Staatsrath v. Semenow nach Berlin gebracht hatte. Dieses ist Veranlassung geworden, dass mir durch Herrn Akademiker Friedrich Schmidt in Petersburg neuerdings wieder eine Reihe fossiler Conchylien aus derselben Gegend zur Untersuchung und Beschreibung zugesandt wurde. Es sind darin folgende zwölf Arten enthalten: 1. Planorbis marginatus Drap. Ein Stück. 2. Limnaea palustris Müll. var. minor. (fusca C. Pfr.). Einige Fragmente, das grösste 10 1/2 Mm. lang. 3. Paludina (Vivipara) tenuisculpta n. Fig. 1. Testa subperforata, globoso-conica, striata et spiratim tenui-lirata, solida; apex mammillatus, anfractus 5, sutura sat profunda separati, inde a sutura aequaliter convexi; apertura dimidiam longitudinem testae superans, rotundato-ovata, paululum obliqua, margine columellari valde arcuato. Long. 28, diam. maj. 23, alt. apert. 16 1/2 Mm. Bei Omsk, zwei Stück. Erinnert durch die erhöhten Spiralstreifen, auf der letzten Windung etwa 18, wovon 7 stärkere über der Mitte, die übrigen schwächeren darunter, zunächst an die lebende Ussuriensis Gerstfeldt, unterscheidet sich aber von dieser sofort durch die gleichmässig gewölbten Windungen, während bei Ussuriensis eine Schulterkante an allen, besonders deutlich aber an den oberen Windungen hervortritt. Von P. diluviana Kunth, welche in der Regel weit schlanker ist, doch aber auch in ungewöhnlich breiten Exemplaren sich der Gestalt unserer Art nähert, wird sie sofort durch die Spiralsculptur geschieden.