Original paper

Ueber Diluvialgeschiebe cenomanen Alters

Dames, W.

Kurzfassung

Nachdem im 25. Bande dieser Zeitschrift pag. 66 ff. eine Notiz über ein Diluvialgeschiebe cenomanen Alters von Bromberg von mir gegeben war, ist es dem Auffinder des dort beschriebenen Geschiebes und seinem Bruder, den Herren Ar. und An. Krause, durch eifriges Sammeln gelungen, noch eine ziemliche Anzahl grösserer oder kleinerer Geschiebe derselben Art aufzufinden. Die genannten Herren haben das gesammte von ihnen aufgefundene Material dem hiesigen mineralogischen Museum übergeben. Durch diesen regen Sammeleifer ist nun die Kenntniss solcher Geschiebe seit der ersten Auffindung beträchtlich erweitert worden. Einmal hat sich für sie ein Verbreitungsbezirk von etwa 2 Quadratmeilen um Bromberg ergeben, da einerseits mehrere solcher Geschiebe in der Nähe von Fordon im Weichselthal, eins aber auch bei Hammermühl, etwa 2 Meilen nördlich von Fordon, ausserhalb des Weichselthals, gefunden worden sind. Sodann hat sich durch die neuen Funde die Fauna dieser Geschiebe als viel reicher ergeben, als es das erste Geschiebe vermuthen liess. Endlich aber sind durch sie auch Beziehungen zu anderen Geschieben und sogar zu anstehenden Gesteinen an's Licht getreten, welche ihr Ursprungsgebiet mit grosser Wahrscheinlichkeit feststellen lassen. Da nun durch Veränderung des Wohnsitzes der Herren Krause wenigstens in nächster Zeit keine weitere Ausbeute zu hoffen ist, habe ich im Folgenden die bisher erzielten Resultate zusammengestellt und der Veröffentlichung übergeben. Zunächst möge hier eine Aufzählung aller aus diesen Geschieben bisher beobachteten Formen folgen, wobei jedoch zu bemerken ist, dass zahlreiche unbestimmbare Bruchstücke, namentlich von Pelecypoden, einen viel grösseren Reichthum der Fauna bekunden, als es die folgende Aufzählung erkennen lässt.