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Die Belemniten der Insel Bornholm

Schlüter, Clemens

Kurzfassung

Ein Beitrag zur Altersbestimmung des Arnagerkalkes. Seitdem durch Beck, welcher die dänischen Kreidebildungen untersuchte, auch die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf die gleichen Ablagerungen Bornholms gelenkt war, scheinen die Herren Von Hagenow und Borchardt die ersten Geognosten gewesen zu sein, welche mit Gesteinssuiten auch Versteinerungen von der Insel Bornholm nach Deutschland gebracht haben. In der Versammlung der deutschen Geologen zu Greifswald wurden die Stücke als Novitäten zur Ansicht vorgelegt. Unter denselben war namentlich der Kalkstein und der ihn unterteufende Grünsand von Arnager vertreten. Herr Geinitz bemerkte über den Kalkstein, dass derselbe zufolge seiner organischen Einschlüsse identisch sei mit Schichten des Teplitzer Schlossberges, dass er also denjenigen Schichten angehöre, welche eigentlich Plänerkalk genannt werden und das ,Quadergebirge" in einen unteren und oberen ,Quader" scheiden. Nachdem dann Herr Von Seebach den Arnagerkalk für das jüngste Glied der scandinavischen Kreide und wohl der europäischen Kreide überhaupt angesprochen hatte, ich selbst lediglich auf Grund einiger Scaphiten-Fragmente ihn als gleichalterig mit der deutschen ,Quadratenkreide" in die untere Abtheilung der Senongruppe stellen zu müssen glaubte, scheint Geinitz auch gegenwärtig noch geneigt zu sein, seine frühere Ansicht festzuhalten, welche in dem Kalke von Bornbolm ein Aequivalent des Planers von Teplitz und Oppeln, d. i. der turonen Scaphitenschichten erkennt. Bei diesen abweichenden Ansichten ist es von Interesse, neues Beweismaterial für die Altersbestimmung der Bornholmer Kreide heranzuziehen. Es verdient deshalb dankbare Anerkennung, dass Prof. Johnstrup in Kopenhagen die grosse Freundlichkeit hatte, die Belemniten der Kreideschichten Bornholms behufs näherer Prüfung zu übersenden und damit einen weiteren Beitrag zur Entscheidung der schwebenden Frage zu geben. Das zur Untersuchung vorliegende Material besteht nun aus 48 Scheiden, von denen 35 von der Stampeaaen, 13 von Arnager stammen. Die ersteren werden sämmtlich dem Grünsande, die letzteren, welche zum Theil von weniger vollkommener Erhaltung sind, wenigstens theilweise aus dem Kalke gewonnen sein.