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Der Bode-Gang im Harz, eine Granit-Apophyse von vorwiegend porphyrischer Ausbildung

Lossen, K. A.

Kurzfassung

Im Laufe des Monats August war ich im Harz als königl. Landesgeolog mit der Kartirung der geologischen Verhältnisse an der unteren Bode zwischen dem alten braunschweigischen Hüttenorte Altenbraak und der Blechhütte bei Thale beschäftigt. Eine dabei gemachte Beobachtung scheint mir wichtig genug sowohl für die specielle Geognosie dieses Gebirges, als auch für die geologische Forschung überhaupt, um eine vorläufige Mittheilung zu rechtfertigen. Den mit der geologischen Harzliteratur bekannten Fachgenossen bringe ich das bereits von Hausmann beschriebene und später von Streng ebenfalls beschriebene und analysirte Porphyr-Vorkommen von Ludwigshütte und Altenbraak, 3/4 Stunden oberhalb Treseburg an der unteren Bode, in Erinnerung. Hausmann nennt das Gestein ,grauen Euritporphyr", Streng zählt es trotz der graulichweissen Farbe zu seinen ,rothen Quarz-führenden Porphyren". Weniger bekannt dürfte ein zweites Vorkommen von Porphyrgesteinen sein, das C. J. Zincken sen. im zweiten Theil seiner überaus gehaltvollen und, wie mir scheint, zu wenig gewürdigten Abhandlung ,Ueber die Granitränder der Gruppe des Ramberges und der Rosstrappe" (Karst. u. Von Dech. Arch. 1846. 10. Bd. pag. 581 bis 604) zuerst beschrieben hat und welches seither nur noch einmal von Herrn L. Brandes, einem Schüler von Fr. A. Roemer, erwähnt worden ist. Es ist dieses Vorkommen unterhalb Treseburg in der Gegend der Gewitterklippen, etwa eine kleine halbe Stunde oberhalb der Granitgrenze. Beide Autoren, Zincken wie Brandes, welcher Letztere die 23 Jahre vorher erschienene Abhandlung seines Vorgängers nicht gekannt bat, sprechen die Vermuthung aus, die Porphyre von Ludwigshütte und Altenbraak könnten im Zusammenhang stehen mit dem Gestein von den Gewitterklippen.