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Der Ausbruch des Cotopaxi,1873

Reiss, Wilh.

Kurzfassung

Der Güte des Herrn P. Wolf verdanke ich es, Einsicht von den Bemerkungen nehmen zu können, in welchen Herr H. Karsten die Nichtexistenz recenter oder gar historischer Lavenströme in Ecuador darzuthun versucht; weniger allerdings durch Darlegung wohlbeobachteter Thatsachen, als vielmehr durch den Versuch einerseits Zweifel an der Glaubwürdigkeit der von mir gemachten Thatsachen zu erregen, andererseits aber sowohl Herrn P. Wolf als auch mich als solche Neulinge in Bezug auf vulkanische Erscheinungen darzustellen, dass man uns nicht einmal die Kenntnisse zutrauen dürfe, welche nöthig sind, um einen frisch geflossenen Lavastrom von einer Spalte zu unterscheiden. Allerdings hat der ,Vortrag" des Herrn H. Karsten in der Schilderung meiner Cotopaxi-Besteigung keine Erwähnung gefunden; doch ist dies nicht aus Vergesslichkeit oder gar aus Missachtung geschehen, sondern hat einfach seinen Grund darin, dass mir in den Hochgebirgen Ecuadors Herrn Karsten's Werke nicht zugänglich waren. Auch ist ein auf Reisen geschriebener Brief keine wissenschaftliche Abhandlung, und schon dadurch entschuldigt sich der Mangel an Citaten. Denn selbst wenn ich mit der Deutung der beobachteten Thatsachen nicht einverstanden bin, so liegt mir doch nichts ferner als absichtliches Verschweigen meiner Vorgänger, und gerade im vorliegenden Falle hätte ich um so weniger hierzu Veranlassung gehabt, als Herrn Karsten's Schilderung des Cotopaxi-Ausbruches vom September 1873 Beweise für die Richtigkeit meiner Darstellung und meiner Auffassungsweise bietet.