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Zur Forschung Hessenberg's (Kalkspath, Perowskit-Krystall)

Des Cloizeaux

Kurzfassung

Der Tod Hessenberg's, dessen Leben und Forschen wohl geeignet ist, der heutigen Jugend zu zeigen, was ein starker Wille und eine wohl geleitete Arbeit vermag, - ist ein wahres Unglück für die Wissenschaft und für uns, seine Freunde. Ich hatte, als ich die Trauerkunde erhielt, einen Brief an ihn begonnen, in welchem ich auch die Frage nach den wahren und den scheinbaren Zonen beim Kalkspath behandeln wollte. Im Augenblicke, als der verhängnissvolle Krieg des Jahres 1870 begann, hatte ich gerade Hessenberg den Vorschlag gemacht, einige Symbole der von ihm aufgestellten Kalkspathformen zu vereinfachen, damit deren Flächen in Zonen fielen, welche in meiner grossen sphärischen Projection dargestellt sind. So proponirte ich : - 1/2 R4 anstatt - 1 4/2 7 R 1 1/3; - 4/5 R 5/2 anstatt - 7/8 R 2 7/1 1; R 1 1/3 anstatt 1 0/2 1 R4; 1/4 R5 anstatt 1/5 R 1 9/3 etc. Sei es, dass ein Brief von ihm verloren gegangen, sei es aus irgend einem anderen Grunde; erst in diesem Frühjahrtheilte er mir mit, dass die vorgeschlagenen Umformungen ihm unannehmbar erschienen wegen der grossen Abweichungen zwischen den beobachteten Winkeln und denen, welche sich unter Voraussetzung jener Symbole berechnen würden. So wären wir zu verwickelten Symbolen geführt, deren Existenz freilich fast ausser Zweifel gestellt ist durch gewisse neue Quarzflächen. Ein genaues Studium dieser Kalkspathkrystalle würde uns nun vielleicht lehren können, innerhalb welcher Grenzen die Abweichung der beobachteten Winkel schwanken darf. So könnte man sich allmälig der Lösung des Problems nähern. - Ferner wollte ich ihm mittheilen, dass alle Perowskit-Krystalle, welche ich untersucht habe, im polarisirten Lichte ein System von Ringen, durchschnitten von einem Balken oder einem Arm der Hyperbole, zeigen und keineswegs ein schwarzes Kreuz.