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Eine grosse Platte biegsamen Sandsteins

Stelzner, Alfred

Kurzfassung

Herr A. Stelzner zeigte eine grosse Platte biegsamen Sandsteins vor, die ihm kürzlich, während seiner Anwesenheit in Rio Janeiro, durch Herrn Giacomo Berrini, Besitzer einer Droguenhandlung daselbst, geschenkt worden war. Nach den durchaus glaubwürdigen Mittheilungen des letztgenannten Herrn stammt die 80 Cm. lange, 50 Cm. breite und 2 1/2 Cm. starke Platte von San Thomé das Letras bei Baependy, in der Provinz Minas Geraes, woselbst der bald mehr bald weniger Elasticität zeigende Sandstein steinbruchartig gewonnen wird. Da er hier in sehr grossen, dünnen und ebenen Platten bricht, benutzt man ihn u.a. als Dachbedeckungsmaterial. Es beruht demnach auf einem Irrthum, wenn neuerdings von verschiedenen Reisenden die Existenz natürlichen biegsamen Sandsteins angezweifelt worden ist; so u.a. von Herrn Tschudi (Reisen durch Südamerika Bd. II. 1866. pag. 15 ff.). der auf Grund erhaltener Mittheilungen berichtet, dass die durch Herrn Von Eschwege nach Europa gebrachten Stücke biegsamen Sandsteins ihre Elasticität erst dadurch eilangt hätten, dass sie dem schwachen Feuer einer Schmiede-Esse längere Zeit ausgesetzt und dann langsam abgekühlt worden seien.