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Über den Einfluss der Humussubstanzen auf die Lösbarkeit und Umwandlung der Mineralien

Senft

Kurzfassung

1) Das letzte Product der Verwesung aller abgestorbenen Organismenreste nennt man Humussubstanz. Diese eigentümliche Substanz entsteht bei stickstofffreien Organismenresten durch den Einfluss der in denselben vorhandenen Alkalien (Kali oder Natron) oder der Kalkerde, bei stickstoffhaltigen Organismenresten der in (Gährung gerathenen und Ammoniak entwickelnden Stickstotfsubstanz auf die Zellenmasse der Organismen. 2) Die auf diese Weise entstehenden Humussubstanzen sind demnach stets humussaure Alkalien und zeigen sich je nach dem Grade ihrer Entwickelung als ulminhumin, quell- und quellsalzsaure Alkalien, am meisten als Ammoniak-haltige Salze.3) Alle diese humussauren Salze üben eine lösende Kraft auf Mineralien aus: a) die geringste Kraft haben die ulminsauren Salze; sie können nur Carbonate lösen; b) stärker wirken die huminsauren Salze; sie lösen Carbonate und Phosphate; c) am stärksten zeigen sich die quellsauren Salze, namentlich das quellsaure Ammoniak; sie lösen Carbonate, Phosphate, Sulfate, einfache Silicate und Fluoride. 4) Alle gelösten Salze bleiben aber nur so lange in Lösung, als die humussauren Alkalien sich noch nicht in kohlensaure Salze umgewandelt haben; ist dieses Letztere der Fall, dann scheiden sich alle in Lösung befindlichen Salze je nach den Grade ihrer Löslichkeit in Kohlensäure-haltigem Wasser aus und zwar stets in krystallischen Gestalten.