Original paper

Die regelmässigen Gestalten der Imatrasteine und der schwedischen Marlekor

Meyn, Ludwig

Kurzfassung

Die regelmässigen Gestalten der Imatrasteine und der schwedischen Marlekor haben früher mannigfaltigste Erklärungen gefunden, bis man schliesslich dazu kam, sie als Coricretionen im Glacialmergel zu betrachten. Diese Erklärung bestritt neuerdings wieder Kjerulf und kehrte zu der Vorstellung von Rollsteinen zurück bis Saus eine Reihe von Imatrasteinen fand, in welchen ein Glacialpetrefact enthalten war. Nun kam Kjerulf zu der Erklärung, dass die Concentration der Kalksubstanz bei allen den Imatrasteinen, welche kein Petrefact enthalten, schon in dem Meere selbst während der Niederschlagbildung entstand, und zwar durch verwesende Thierstoffe, deren kohlensaures Ammoniak den Kalk aus dem Gipsgehalt des Meerwassers an dieser Stelle fällte. Für diese Erklärung kann ich hier eine ganze Reihe von Beweisstücken aus der heutigen Marschbildung vorlegen, welche theilweise aus dem Meeresgrunde selbst, von mir hervorgezogen sind. Es sind zunächst Imatrasteine, welche ohne organischen Inhalt genau die von Parrot gezeichneten Gestalten wiederholen, dann dergleichen, welche nur zufällig ein Cardium oder eine andere Muschel nicht einschlössen, sondern mit sich bloss verfestigt haben. Noch merkwürdiger erscheint es, dass sie sich um den mittleren Theil der bekannten Pseudogaylussite der Marsch angesetzt haben, und dass fast jeder Pseudogaylussit in seinen durchbrochenen Flächen den Ansatz zu einem Imatrasteine enthält. Endlich liegt eine ganze Reihe von Imatrasteinen vor, an denen scheinbar gesunde Gaylussite haften, oder mit den Spitzen herausstecken, und da nun diese Erscheinung bereits viele Quadratmeilen begreift, vom südlichen Holstein bis zum mittleren Schleswig reichend, so ist nicht unmöglich, dass der von Kjerulf angedeutete Process unter gewissen Umständen zugleich die Ursache, der Gaylussitbildung im Meere bezeichnet, eine Frage, welche den Chemikern zur genaueren Feststellung übergeben wird.