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Über Stufen von den Erzgängen von Langenstriegis

Kosmann, Bernhard

Kurzfassung

Bereits in dem letzt erschienenen (VII.) Hefte des ,Neuen Jahrbuchs für Mineralogie" etc. giebt Herr Frenzel zu Freiberg kurze Notizen über das Auftreten der Eisen- und Bleierzgänge von Langenstriegis und der daselbst brechenden Mineralien; unter Bezugnahme hierauf werden die betreffenden Handstücke vorgelegt, welche der Vortragende selbst bei wiederholter Anwesenheit an Ort und Stelle, den ersten Anbrüchen entstammend und den besten Exemplaren zuzurechnen, gesammelt hat. Die Erzgänge von Langenstriegis treten in der Glimmerschiefer-Gebirge auf, welches in einem Rücken von ca. 1/4 Meile Breite mit einem Streichen von hor. 3-4 sich im Westen des Freiberger Gneisgebiets anlegt; dieser Glimmerschieferrücken wird durch das Thal des Striegisbachs in spiesseckiger Richtung von Süden nach Norden durchsetzt und bildet zu beiden Seiten des schmalen Thals ziemlich steil ansteigende Abhänge, welche sich bis zu 120' über der Thalsohle erheben und auf der Höhe sich als sanft ansteigende Ebene mit lang gewellten Rücken ausdehnen. Die auftretenden Gänge sind theils (Braun-) Eisenerz-, theils Bleierzgänge und sind sämmtlich sogen. Spatgänge, d.h. streichen bor. 8-10; mehrere derselben sind, sowohl auf dem linken wie rechten Thalabhang, durch Stolln gelöst, deren erster Anhieb bis gegen Anfang dieses Jahrhunderts zurückdatirt; es sind dies auf dem linken Ufer der Eleonore-Erbstolln, auf dem rechten der Alexanderstolln. Im Ganzen ist die Zahl der bisher erschürften Gänge auf dem westlichen Abhang zahlreicher als derjenigen auf dem östlichen; hier sind nur einige Eisenerzgänge erschürft worden, allerdings, wie auf dem Müllerschacht, mit über 2 Meter Mächtigkeit.