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Planorbis multiformis von Steinheim

Hilgendorf, F.

Kurzfassung

Aus einer Aprilnummer des Naturforschers ersehe ich etwas spät, dass Herr Prof. F. Sandberger in den Verhandlungen der physik.-medic. Gesellschaft zu Würzburg N. F. Bd. 5 eine Revision meiner Untersuchungen über den Planorbis multiformis von Steinheim, die er an Ort und Stelle, unternahm, veröffentlicht hat, und dass er zu ganz anderen Ansichten als den von mir ausgesprochenen gelangt ist. Zu einem gleichen Resultat, theilt er mit, sei auch Herr Prof. Hyatt in Boston gekommen und die Herren Professoren Leydig und Weissmann hätten sich durch das von ihm gesammelte Material von der Unhaltbarkeit meiner Ansichten überzeugt. Der Hauptdifferenzpunkt ist offenbar, ob die einzelnen von mir beschriebenen Formen nach Schichten gesondert sind oder nicht, insbesondere, ob schon in den Discoideus-Schichten H. multif. trochiformis zu finden ist, oder mit anderen Worten, ob es wirkliche Discoideus-Schichten giebt. Herr Sandberger hat beide Varietäten stets vermischt gefunden und leugnet eine Scheidung der Schichten nach diesen Varietäten mit grosser Entschiedenheit. Wie in meiner Abhandlung (Monatsber d. königl. preuss. Akad. d. Wiss. 1866 pag. 480) zu lesen, habe ich in einem einzigen Profil 27 deutlich unterschiedene Lagen in einer Gesammtstärke von 10', im einzelnen von 1" bis 42" stark, beobachtet und über ihre petrographischen Verhältnisse und ihre Mächtigkeit genauere Angaben gemacht. In allen diesen 27 Schichten habe ich nie einen einzigen Pl. multif. trochiformis gefunden, trotzdem dass ich die Wichtigkeit dieses Punktes von vornherein erkannt und ihn von Anfang an im Auge gehabt habe. Ein Irrthum hierin oder ein Uebersehen ist bei der leichten Unterscheidbarkeit und der Grösse der betreffenden Formen undenkbar.