Original paper

Über eine Stufe von Kjerulfin

Bauer, Max

Kurzfassung

Dieses neue Mineral wurde von Herrn Apotheker Rode zu Porsgrund in Norwegen benannt, der es bei Bamle auffand und eine Probe davon an Herrn Von Kobell in München sandte, welcher eine Analyse davon machte, die in den Sitzungsberichten der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der königl. bair. Akademie der Wissenschaften in München, 1. März 1873 pag. 106 publicirt ist. Das Mineral ist derb und zeigt zwei Blätterbrüche, von denen der eine leichter darstellbar ist, als der andere. Beide Blätterbrüche machen ungefähr 90° mit einander und sind nicht besonders deutlich. Der Bruch ist splitterig. Der Glanz geht etwas in's Fette, auf dem deutlicheren Blätterbruch in's Perlmutterartige. Die Farbe ist eine blassrothe oder gelbe, dünne Stücke sind durchscheinend. G=3,15, H=4-5 (diese Bestimmungen nach Von Kobell 1. c., nach dessen Angaben beim Erwärmen schwache Phosphorescenz mit weissem Schein eintritt). Vor dem Löthrohr schmilzt der Kjerulfin ziemlich leicht, etwa wie der rothe Granat des Zillerthals (3. Grad der Kobell'schen Schmelzbarkeitsskala) mit etwas Blasenwerfen zu einem kleinblasigen Email. Das feine Pulver wird von warmer Salzsäure leicht, von warmer Salpetersäure etwas weniger leicht aufgelöst. Durch Schwefelsäure erfolgt keine vollkommene Lösung, sondern Entwicklung von Flusssäure und Abscheidung von schwefelsaurem Kalk. Bei der Analyse, bei welcher das Fluor direct bestimmt und auf die Bestimmung der Alkalien besondere Aufmerksamkeit werwendet wurde, fand von Kobell: [...]