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Über Resultate, welche sich beim Studium der Krystallotektonik des regulären Systems ergeben haben

Sadebeck, A.

Kurzfassung

Erläutert wurde der Vortrag durch eine mit bekannter Meisterschaft von Herrn Laue lithographirte Tafel, welche für den demnächst zu publicirenden II. Theil der Elemente der Krystallographie angefertigt wurde. Naumann hat in seinem Lehrbuch der reinen und angewandten Krystallographie gezeigt, dass sich rein theoretisch die Formen mit einfachen Parameterverhältnissen als Grenzzonen solcher mit complicirten Axenabschnitten betrachten lassen. Eine nothwendige Folge dieser Erwägung war, dass bei den hemiëdrischen Formen die mit ihnen zusammen auftretenden holoëdrischen Formen auch als Grenzgestalten zu betrachten sind, mithin nur scheinbar holoëdrische Formen und zwar solche 1. oder 2. Stellung sind. G. Rose hat zuerst beim Boracit nachgewiesen, dass diese Auffassung der holoëdrischen Formen in hemiëdrischen Krystallreihen eine praktische Bedeutung hat, indem die scheinbar holoëdrischen Formen eine verschiedene Oberflächenbeschaffenheit haben, je nachdem sie Formen 1. oder 2. Stellung sind; dies Verhalten wurde vom Redner beim Kupferkies, Fahlerz und Blende bestätigt, und von G. Rose beim Eisenkies. Die Unterschiede in der Oberflächenbeschaffenheit beruhen auf der Tektonik der Krystalle; daraus folgt, dass auch Formen in holoëdrischen Krystallreihen derartige Unterschiede zeigen müssen, wenn sie Grenzgestalten verschiedener Formen sind. Dies bestätigt sich in der Natur vollkommen.[...] Ferner sprach Redner über Zwillingsstreifen beim Eisenglanz.