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Über Eophyton Linneanum Torell aus den cambrischen Schiefern von Luganås in Westgothland

Dames

Kurzfassung

Die von Torell und Linnarsson behauptete organische Natur dieser Abdrücke ist neuerer Zeit durch Nathorst in seinem Aufsatz: Om några förmodade växtfossilier durchaus in Abrede gestellt worden. Nathorst führt die auf der Unterseite der Schichten erscheinenden Erhabenheiten mit längsgestreifter Oberfläche auf die Ausfüllung von Vertiefungen zurück; diese sollen durch Fucoiden, die durch Fluthen auf dem Strande hingezogen werden, hervorgebracht werden. Er erläutert seine Ansicht durch mehrere Abbildungen, welche derartige Eindrücke, wie er sie an den Küsten beobachtet hat, zur Darstellung bringen. Herr Lundgreen, der übrigens die Nathorst'sche Ansicht über Eophyton theilt, richtete nun brieflich an den Vortragenden die Frage, ob demselben auch aus anderen Formationen derartige Eophyton-ähnliche Dinge bekannt seien, denn selbstverständlich müssten sich, die Richtigkeit der Nathorst'schen Behauptungen vorausgesetzt, überall derartige Abdrücke, resp. Ausgüsse derselben bilden, wo dieselben petrographischen Verhältnisse, nämlich ein Wechsel von sandigen Schiefern und Letten, vorhanden seien. Es lag nun nahe, derartige Gebilde im bunten Sandstein aufzusuchen, und in der That besitzt die Sammlung der hiesigen Bergakademie mehrere Stücke aus der oberen Abtheilung des bunten Sandsteins, welche mit Erhabenheiten bedeckt sind, die durchaus mit Eophyton ident sind. Der i. J. 1865 mit der geologischen Kartirung der Gegend von Artern beauftragte, leider verstorbene Bergassessor Giebelhausen hat in dem Steinbruche nahe bei der sogen. ,Kneipe" an der Strasse zwischen Bottendorf und Ziegelrode, östlich von Artern, in den oberen Lagen des unteren bunten Sandsteins Stücke gesammelt, welche von Eophyton ununterscheidbare Erhabenheiten tragen. Auf der Schichtfläche der dünnschiefrigen Sandsteine liegen ca. 60 Mm. lange, 10 Mm. breite Erhabenheiten mit Längsstreifen, von denen der Streifen zunächst dem einen Rande der stärkste ist, während die anderen schwächeren unter sich beinahe gleich sind. Dieselben stimmen gut mit Torell's Abbildungen von Eophyton und ebenso mit der von Nathorst (l. c. t. XVI. f. 6) veranschaulichten Fucoidenspur im Strandsande, natürlich als Ausguss des letzteren. Dadurch, dass sich nun auch in der Trias derartige sogen. Eophyton gefunden haben, gewinnt die Nathorst'sche Behauptung noch mehr Boden, und die nichtorganische Natur der Eophyton, Palaeochoria, Butotrephis etc. genannten Dinge steht danach wohl ausser Zweifel.