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Aus dem Thüringischen Schiefergebirge

Richter, R.

Kurzfassung

V. Nachdem es gelungen, die von dem königl. bayer. Oberbergrath Herrn Dr. C. W. Gümbel zuerst bei Gräfenthal und bei Steinach unterschiedenen graptolithenreichen Schiefer im Hangenden der obersilurischen Kalklager Thüringens (vergl. diese Zeitschr. XXIII. pag. 782) auf der ganzen Strecke von Saalfeld bis Hämmern als ein constantes, wenn auch mehrfach bis zum Verschwinden verdrücktes Glied des obersilurischen Systems im Thüringer Walde zu erkennen, zerlegt sich das ganze System am einfachsten in eine untere graptolithenreiche Abtheilung (Graptolithenschichten), welche aus den basalen Kiesel- und Alaunschiefern (3. des umstehenden Profils, welches dem südlichen Theile der Umgegend von Saalfeld entnommen ist), den mittleren Kalklagern mit Orthoceras bohemicum Barr. und Cardiola interrupta Brod. (4. des Profils) und aus den hangenden Kiesel- und Alaunschiefern (5. des Profils) besteht; und in eine obere tentaculitenreiche (Tentaculitenschichten), welche aus den Knotenkalken mit Ktenakanthusstacheln, Tentaculites acuarius und Favosites gottlandica Goldf. (6. des Profils), ferner den Nereitenschichten (7. des Profils) und den Schiefern mit Tentaculites cancellatus (8. des Profils), endlich den alaunschieferartigen Grenzschiefern, in denen bis jetzt Petrefacten nicht aufgefunden sind (9. des Profils), sich aufbaut.