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Bericht über eine Reise nach dem Quilota und dem Cerro hermoso in den ecuadorischen Cordilleren

Reiss, W.

Kurzfassung

Nachdem ich den Iliniza untersucht und meine Beobachtungen über den Cotopaxi abgeschlossen hatte, bot sich mir als fernere Aufgabe meiner den Vulcanen Ecuadors gewidmeten Studien die Untersuchung zweier sehr berufener, aber wenig bekannter Berge dar. Den Quilotoa, über dessen Eruptionen der Pater Velasco einen so seltsamen Bericht giebt, musste ich in der westlichen Cordillere aufsuchen, während in gleicher Weise meine Aufmerksamkeit auf die Gebirge von Llanganates in der östlichen Cordillere gelenkt wurde, da dieselben verschiedenen Berichten zufolge sowohl reich an Gold als auch an thätigen Vulkanen sein sollten-eine sehr ungewöhnliche Vereinigung geologischer Thatsachen. Zunächst beschloss ich, mich nach dem Quilotoa zu wenden, von welchem nur bekannt war, dass er der Westcordillere zwischen Sigchos und Tigua angehöre, über dessen genaue Lage aber Nichts zu erfahren war. Von Toacaso führt bis zum Dorfe Sigchos ein leidlich guter Weg, welcher über das nördliche Gehänge der Cordillere von Guangaje und Tsinlivi in einer ansehnlichen Hohe über dem Flusse Hatuncama hinzieht und Gelegenheit bietet, sowohl die geologische Beschaffenheit jener Cordillere, als auch die Gestaltung des Thals zu beobachten. Viele kleine Bäche rinnen von den Schneeflächen des Iliniza (10 Wegestunden SSW. von Quito) herab, sie vereinigen sich in einem tiefen und breiten Thal und bilden den Fluss Hatuncama, welcher bis zu seiner Vereinigung mit dem Rio Toache unfern des Fleckens Sigchos von Ost nach West durch Gebirge älterer Formationen seinen Lauf nimmt. Von Sigchos bilden die vereinigten Gewässer einen grossen Fluss (Touche), welcher gegen NW. strömt und alle von den westlichen Gehängen des Corazon, Atacatzo und Pichincha herabkommenden Rinnsale sammelt, um sich schliesslich unfern der Küste des Stillen Oceans mit dem Rio Guaillabamba, welcher das Hochthal von Quito entwässert, zu vereinigen. So verbinden sich die Abflüsse beider Gehänge der Westcordillere zum Rio Esmeraldas.