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Analysen zweier Porphyre aus dem Maroggiatunnel im Tessin

von Fellenberg, L.

Kurzfassung

Die eine der beiden tessinischen Eisenbahnen musste einen Berg durch einen Tunnel durchbrechen; das zu Tage getretene Gestein waren zwei Porphyre, ein hellziegelrother und ein dunkelgrauer, aber gemeiniglich als schwarzer bezeichnet. Beide unterscheiden sich petrographisch auffallend von einander. Der rothe Porphyr, in welchem zahlreiche farblose und durchsichtige, bis mehrere Millimeter messende Körner von glasigem Quarze eingesprengt sind, scheint aus zwei verschiedenen Feldspathen zu bestehen: einem durchscheinenden röthlichen, von welchem keine Krystalle sichtbar sind, und einem weissen, mit feinen Streifen versehenen, welcher an die Zwillingsbildungen von Oligoklas erinnert. Im benetzten Zustande sind die drei Gemengtheile des rothen Porphyrs am deutlichsten wahrzunehmen. Vor dem Löthrohre ist der röthliche Bestandteil kaum schmelzbar, indem sich die dünnsten Kanten der Probesplitter nicht abrunden, dagegen oberflächlich wie verglast aussehen. Der weisse, streifige Bestandteil schmilzt vor dem Löthrohre zu einem weissen, undurchsichtigen Schmelze, unter Gelbfärbung der äusseren Löthrohrflamme. Der schwarze Porphyr zeigt im trockenen Zustande kaum ein Gemenge an; im nassen Zustande lassen sich unter der Lupe hellere, durchscheinende, grünliche Körner und eine dunkle Grundmasse erkennen, aber keine Quarzkörner. Die helleren Theile schmelzen vor dem Löthrohre zu weissem Schmelze, in welchem schwarze unschmelzbare Körner und Nadeln sichtbar werden; die Löthrohrflamme ist gelb gefärbt; die dunklen Theile geben vor dem Löthrohre keine auffallenden Reactionen und schmelzen nicht, mögen also mit dem rothen Bestandteile des rothen Porphyrs einige Aehnlichkeit haben. Gegen Reagentien verhalten sich beide Porphyre folgendermaassen: [...]