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Versteinerungen bei Schönewalde (Grimmen)

Scholz, M.

Kurzfassung

In den Bd. 26 pag. 823 d. Zeitschr. von Ihnen beschriebenen Jura-Thonen von Schönwalde in der Nähe von Grimmen kommen ausser den bereits genannten noch einige andere Versteinerungen vor und zwar: Inoceramus gryphoides Schlots., in einzelnen Schalen am Rande kleinerer Concretionen sitzend, und Ammonites cornucopiae Young and Bird. - Das gefundene Stück ein Theil der Wohnkammer eines sehr grossen Individuums (Abstand zwischen Bauch- und Rückenseite ca. 15 Cm.) und in Schwefelkies versteinert. Herr Ferd. Roemer hatte die Güte, diese Funde zu bestimmen. - Ausser ihnen fand sich noch ein grösseres, frei im Thon liegendes Stück gut erhaltenen Holzes von etwa 0,5 Meter Länge, wahrscheinlich von einer Conifere und von derselben Art, wie das früher entdeckte. Concretionen von der Grösse der durch Sie an Ort und Stelle gesammelten und im Besitze der geologischen Landes - Anstalt befindlichen wurden an der Stelle, welche ich unter gefälliger Mitwirkung des Herrn Bahn - Ingenieur Weber in der Sohle des Eisenbahn-Durchschnitts bis auf 2 Meter Tiefe aufgraben liess und an der noch bis zu 5 Meter Gesammttiefe gebohrt wurde, zwar nicht gefunden, und scheinen dieselben daher vorzugsweise in den schon früher abgegrabenen kuppenartigen Hervorragungen des Thones gelegen zu haben. Dagegen sind den jetzt aufgegrabenen Schichten zahlreiche kleinere, mergligthonige, zum Theil Schwefelkies-Kerne führende Concretionen von Haselnussgrösse bis zu etwa 15 Cm. Längendurchmesser eingelagert, welche, meistens sehr flach gestaltet, an die Form der Imatrasteine erinnern und auch wie diese nicht selten mit einem scharfen Rande versehen und wie zu je zweien miteinander verwachsen erscheinen. Diese Concretionen führen viele kleinere Opalinus-Exemplare, sowie die genannten Inoceramus-Reste, jedoch kommt in je einer Concretion meist nur der eine oder der andere vor. Immerhin ist aber auch durch sie für dieselbe Ablagerung das gemeinschaftliche Auftreten zweier sonst verschiedenen Niveau's angehöriger Fossilien constatirt. Wahrscheinlich ist die Breite des gegen Nordost laufenden Jurazuges nicht unerheblich, wenigstens deuten die eigenthümlichen Feuchtigkeitsverhältnisse der östlich und südöstlich vom Einschnitte liegenden Ländereien auf eine weitere seitliche Erstreckung der Thone hin. Die bei der südlich liegenden Ziegelei bis zu 25 Meter dunchsunkenen, nach der Beschreibung den Schönwalder gleichartigen, Thone liegen angeblich auf einer wasserführenden Sandschicht.