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Studien in Steinheim

Sandberger, F.

Kurzfassung

In einer brieflichen Mittheilung vom 23. November 1874 (Zeitschr. d. d. geol. Ges. XXVII. pag. 224) versucht Herr Hilgendorf die von ihm ausgesprochenen Ansichten bezüglich der Steinheimer Planorbiden neuerdings zu vertheidigen und lässt vermuthen, dass es sich bei meiner und Prof. Hyatt's Untersuchung um anderes Material gehandelt habe, als ihm zu seiner Arbeit gedient. Dem ist aber nicht so. Was die Resultate meines zweimaligen Besuchs von Steinheim betrifft, so geben darüber pag. 630-655 meiner in kürzester Zeit zu Ende gedruckten ,Land- und Süsswasser-Conchylien der Vorwelt" an der Hand dort gemessener Profile und sorgfältiger Untersuchung des Inhalts der betreffenden Schichten hinlänglichen Aufschluss, aber zu Gunsten der Hilgendorf'schen Hypothesen fällt er nicht aus, da diese auch auf unrichtiger Beobachtung der Lagerungs - Verhältnisse beruhen. Prof. Hyatt war weit länger in Steinheim als ich. Da er als begeisterter Darwinianer dort hin kam, war seine Enttäuschung eine sehr schmerzliche, und hat er weder Zeit noch Kosten gescheut, um den wahren Thatbestand bis in die minutiösesten Details festzustellen. Seine Arbeit wird wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen; ich weiss davon einstweilen nur so viel, dass sie mit meiner Auffassung der Hauptsache nach übereinstimmt. Nur solche Personen, welche sich die Mühe nehmen, in Steinheim selbst Studien zu machen, können eine entscheidende Stimme in dieser Frage haben. Das ist auch die Meinung C. Vogt's in seiner Besprechung dieses Gegenstandes (Frankfurter Zeitung vom 17. Februar 1874, Feuilleton), welche Hrn. Hilgendorf wohl nicht zu Gesicht gekommen sein wird, da er sich noch jetzt auf ihn beruft. Ich glaube deutlich gesagt zu haben, dass ich mich mit der Steinheimer Frage nur beschäftigt habe, weil dies für mein Werk unerlässlich war und nicht etwa aus Behagen an literarischer Polemik, das mir durchaus fremd ist.