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Anorhit- und Enstatitkrystalle aus Schweden

Vom Cloizeaux

Kurzfassung

- Die Anorthit - und Enstatitkrystalle von Bamle, deren Vorkommen die Herren Brögger und Reusch in ihrer Arbeit über die Apatit-Lagerstätten des südlichen Norwegens schildern, beweisen einerseits, dass der Enstatit viel verbreiteter ist, als man früher glaubte, andererseits, dass der Anorthit in den Gesteinen. Finland's, Schweden's und Norwegen's die günstigsten Bedingungen zu seiner Ausbildung gefunden hat. Ich brachte im Jahre 1868 aus Schweden grosse weisse Krystalle von Höjdens mit, aus denen ich einige Platten zum Studium der optischen Eigenschaften herstellen lassen wollte. Indess die durchsichtigen Krystalle vom Vesuv, obgleich aus ihnen geeignete Präparate nur schwierig herzustellen, sind Nichts im Vergleiche mit den Krystallen von Höjdens. Es liegt mir nur eine kleine Zahl von Krystallen dieses Fundorts vor, deren Formen man nur mit annähernder Sicherheit bestimmen kann; indess man würde dennoch mit der Deutung der Flächen zum Ziele gelangen, wenn nicht, wie an den Anorthiten von Bamle, auch noch Zwillingslamellen störend dazwischen träten. Ihre Durchschnittslinien verlaufen auf der Spaltungsfläche g1 (M) - wenn ich mich in der Bestimmung nicht irre - und bilden mit der Kante p : g1 (P : M) einen Winkel von etwa 25° bis 30°. Die unvollkommene Ausbildung dieser Krystalle zwang mich, ihre Bearbeitung noch zu verschieben, bis ich bessere Exemplare erhalten werde und hinlängliche Zeit zu ihrem Studium. Da ich Henry Soleil, welcher sich auf's Land zurückgezogen hat, nicht mehr zu meiner Hülfe habe, so muss ich jetzt Alles selbst schleifen. Ich widmete während 6 Monaten fast alle meine Zeit der Herstellung einer sehr grossen Zahl von optischen Platten, bestimmt, die systematische Stellung (gleichsam den Etat civil) eines neuen triklinen Feldspaths zu ermitteln und festzustellen, eines Feldspaths, welchen Breithaupt gleichsam divinatorisch aufgestellt hat, des Mikroklin.