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Über die Auffindung eines fossilen Säugethierknochens im Löss des Annabergs in Oberschlesien

Remelé

Kurzfassung

An diesem 2/3 Meilen nordöstlich vom Bahnhof Leschnitz der oberschlesischen Eisenbahn gelegenen Punkte, der mit ungefähr 400 Metern über dem Meeresspiegel die höchste Erhebung des Landes auf der rechten Oderseite ist, erscheint die westliche, Gross-Strehlitzer Partie des breiten Muschelkalk-Rückens, welcher, vielfach unterbrochen durch Diluvium, annähernd von West nach Ost in mehr als 10 Meilen Länge von Krappitz a. d. Oder über Tarnowitz bis Olkusz in Polen sich hinzieht. Die Höhe des Annabergs, an der Südgrenze dieser Muschelkalkzone, besteht bekanntlich aus Basalt, welcher in zwei an der Oberfläche getrennten, in der Tiefe jedoch unzweifelhaft zusammenhangenden Kuppen auftritt und im Uebrigen die Schichtenstellung des durchbrochenen Muschelkalks nicht merklich verändert hat. Von besonderem Interesse ist nun die Lössablagerung, welche von dort bis über Ujest hinaus am südlichen Gehänge des Muschelkalk-Rückens breit entwickelt sich erstreckt und ganz die Charaktere des rheinischen Löss, sowie desjenigen anderer grosser Flussthäler zeigt, nämlich die eines lebhaft gelblichbraunen, geschiebefreien und kalkreichen Süsswasser-Lehmes mit zahlreichen kleinen Concretionen von weisslichem Kalkmergel und tief eingeschnittenen engen Hohlwegen und Schluchten. Besonders mächtig ist dieser Löss, welcher nach Süden zu an das nordische Diluvium grenzt, am Südabhang des Annabergs, dessen Basalt rings von ersterem umgeben ist, so dass der Löss hier theils auf dem Basalt, theils auf dem Muschelkalk lagert und zu namhafter Höhe ansteigt. [...] Derselbe Redner legte sodann einen sehr grossen 5,43 Kilogramm wiegenden Knochen von Elephas primigenius vor, welcher in Gemeinschaft äusserst mannichfacher Geschiebe in einer Kiesgrube des, nordischen Diluviums bei Heegermühle unweit Neustadt-Eberswalde ca. 7 Meter unter der Erdoberfläche gefunden wurde. Es ist ein abgesehen von den abgebrochenen Enden gut erhaltener Oberschenkelknochen, dem rechten Hinterbein angehörend. Unter den ebendaselbst angetroffenen Rollsteinen verdient besonders ein olivinhaltiger Basalt hervorgehoben zu werden, welches Gestein unter den nordischen Geschieben sehr selten vorkommt. Redner behält sich nähere Mittheilungen über die dortigen Funde vor.