Original paper

Ueber die Serpentine von Zöblitz, Greifendorf und Waldheim

Lemberg, J.

Kurzfassung

Die vorliegende Arbeit bezweckt eine Darlegung der chemischen Verhältnisse einiger sächsischer Serpentine; die mikroskopische Untersuchung der analysirten Proben soll den Gegenstand einer künftigen Arbeit bilden. Serpentin von Zöblitz. Seitdem Sasdberger makroskopisch Olivin in einigen Serpentinproben von Zöblitz nachweisen konnte, war es sehr wahrscheinlich, dass das Urgestein des Zöblitzer Serpentins ein Olivinfels gewesen ist, und es handelte sich darum, diese These näher zu begründen. Der Serpentin ist von rothen Granaten durchsetzt, die jedoch meist in Chlorit umgewandelt sind; man durfte erwarten, in den Partieen des Gesteins, wo die Granaten unverändert sind, am meisten Ueberbleibsel vom Urgestein anzutreffen, weil die hydrochemischen Processe hier weniger intensiv wirksam waren als dort, wo auch der Granat verändert ist. Die mikroskopische Untersuchung zahlreicher Gesteinsproben bestätigte dies: die chloritführenden Serpentinpartieen enthalten nur spärliche und vereinzelte Einschlüsse von fremden Mineralien, während die granatführenden Serpentine meist reich an Beimengungen waren, die bisweilen 1/4 bis 1/3 der ganzen Gesteinsmasse ausmachten. Von den Einschlüssen gehörte ein Theil den Mineralien der Hornblendegruppe an, ein anderer war von fast farblosen Fragmenten gebildet, die keine Spur von Spaltungsrichtungen zeigten. Die gleiche optische Orientirung vieler durch Serpentinmasse getrennten Fragmente thut dar, dass letztere nur Reste grösserer Individuen sind. Es handelt sich nun um den chemischen Nchweise, sass diese Fragmente Olivin sind.