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Ueber die Krystallform des Antimons

Laspeyres, Hugo

Kurzfassung

I. Vorkommen von Antimonkrystallen. Krystalle von Antimon sind nicht nur in der Natur gefunden, sondern auch mehrfach künstlich dargestellt worden, oder haben sich bei metallurgischen Prozessen zufällig gebildet. Die natürlichen Antimonkrystalle gehören zu den grössten Seltenheiten und sind bisher nur in wenigen Exemplaren bei Andreasberg im Harze von F. A. Roemer gefunden worden. ,Sie erreichen eine Grösse von 8 Linien". Das von anderen Fundorten bekannte Antimon sind krystallinisch-körnige Massen, an welchen man öfters die Spaltbarkeit gut studiren kann. Künstliche Krystalle erhält man nicht schwer, aber auch nie gross und schön, durch den Ausfluss halb- und langsam erstarrter Antimon-Schmelzmassen. Solche Krystalle hat Marx zuerst beschrieben; sie erreichten die Grösse von einer viertel bis zu einer halben Linie. Später hat Elsner auf dieselbe Weise noch bessere, 1/2 - 1 Linie grosse Krystalle sich verschafft. Lässt man das Antimon, wie es gewöhnlich in den Handel gebracht wird, ohne Ausfluss langsam erstarren, so bekommt man derbe späthige Massen, an denen man - wie zuerst Hauy, später Marx u. A. - die interessanten Spaltungsbeobachtungen anstellen kann. Auch durch Abkühlung von Hartblei, welches mit Antimon gleichsam übersättigt worden ist, kann man sich Antimonkrystalle verschaffen, wie Versuche auf der Bleihütte Münsterbusch bei Stolberg unweit Aachen kürzlich gezeigt haben.