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Ein Beitrag zur Gliederung der österreichischen Neogenablagerungeu

Hoernes, Rudolf

Kurzfassung

Sobald die einzelnen Beobachtungen über die in verschiedenen Gegenden in verchiedener Art und Weise zur Ablagerung gelangten Schichten einer Formation bis zu einer gewissen Grenze vorgeschritten sind, und Fauna und Flora derselben mehr oder weniger genau bekannt ist, werden immer Versuche gemacht werden, für einen grösseren oder kleineren Terrainabschnitt die Parallelisirung der einzelnen Schichtfolgen durchzuführen. Es ist bekannt, dass dergleichen Bestrebungen in den jüngeren Ablagerungen meist relativ leichter sind als in den älteren, und doch kann man sagen, dass gerade in den jüngeren Etagen der Tertiärformation viel mehr Verwirrung diesbezüglich herrscht als in älteren Formationen. Die Sucht, locale, mehr oder weniger genau bekannte Schichtfolgen einander schematisch gleichzustellen, hat schon zu sehr argen Missdeutungen Anlass gegeben, zumal man eingestehen muss, dass oft nicht eine eingehende Untersuchung des gleichen oder verschiedenen Alters angestrebt wurde, sondern die Aufstellung einer an wohlklingenden Namen möglichst reichen schematischen Tabelle. Es muss von vornherein als ein schwieriges Beginnen bezeichnet werden, für alle bekannt gewordenen Terrains und für eine ganze Formation eine schematische Parallelisirung in der beliebten Form einer Tabelle vorzunehmen, da, wie die Thatsachen lehren, man leicht in die Versuchung kommt, um des Schemas willen den in der Natur gegebenen Verhältnissen Gewalt anzuthun. Vielfache Unzukömmlichkeiten, die bald zum Vorschein kommen, zwingen dann in sehr kurzer Zeit zum Verlassen des Schemas und zur Aufstellung einer neuen Tabelle, die ebenso schnell wieder unbrauchbar wird. Durch alle diese systematischen Versuche, Ordnung in das Gewirre von Localnamen zu bringen, wird im Gegentheil meist nur die Verwirrung durch Aufstellung neuer, gänzlich unbrauchbarer Stufennamen vermehrt. Es kann daher nicht befremden, wenn in Folgendem versucht, werden soll, für eine relativ kleine Epoche und für ein beschränktes Gebiet, nämlich für die österreichischen Neogengebilde, einen Beitrag zur Unterscheidung der Gleichzeitigkeit und Ungleichzeitigkeit der bezüglichen Ablagerungen zu liefern.