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Reise zum Ural

Trautschold, H.

Kurzfassung

Von meiner Uralreise seit länger als einen Monat zurückgekehrt, will ich nicht länger zögern, Ihnen einen kleinen Bericht abzustatten. Die Landreise nahm in Perm (bis dahin benutzte ich das Dampfboot) ihren Anfang, von dort begab ich mich nach Kuschwa, dann nach Tagil, Katharinenburg und Mijass. Von Mijass machte ich einen Abstecher über Slatauss nach Kussa, ging zurück nach Mijass, besuchte dann das Quellgebiet der Bjelaja mit der Hütte Bjeloräzk und fuhr dann über Werchen-Uralsk nach dem Magnetberge der Steppe. Nachdem ich diesen besichtigt, ging ich wieder nach dem Ural zurück und folgte seinem geradlinigen Zuge auf dem alten Orenburger Wege (nicht über Orsk) nach Orenburg. Ich verliess den Juli neuen Styls Perm und reiste den 25. August von Orenburg nach Ssamara, habe also ungefähr anderthalb Monate auf die eigentliche Uralreise verwandt. Ich kann diese Zeit des Jahres sehr für eine Bereisung des Ural empfehlen, denn bin im Allgemeinen von der Witterung begünstigt gewesen und habe die Fahrt trotz herzlich schlechter Wege, mangelhaften Nachtlagers und spärlicher Nahrung ohne Nachtheil für meine Gesundheit ausgehalten. Da Ihr verewigter Schwiegervater in seinem klassischen Werke über den Ural schon die mineralischen Reichthümer dieses Gebirgszuges so gründlich beschrieben hat, dass seinen Nachfolgern nur eine schwache Nachlese übrig bleibt, so will nur auf die hauptsächlichsten Veränderungen, die dort seit seinem Besuche vor sich gegangen sind, mit einigen Wörtern hinweisen und einige Notizen hinzufügen, welche für Sie von Interesse sein könnten.