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Muschelkalk und Keuper bei Lauterbach

von Könen, Adolf

Kurzfassung

Zur Ergänzung der im August d. J. in München vom mir mitgetheilten Notiz habe ich Ihnen noch Folgendes zu melden: Die Muschelkalk- und Keuper-Partie bei Lauterbach, nordwestlich Fulda, liegt in einem Graben, beiderseits durch Verwerfungen vom mittleren bunten Sandstein getrennt. Der Keuper scheint in allen seinen Gliedern vorhanden zu sein Der Gypskeuper ist namentlich südwestlich von Angersbach in einem Wasserrisse in grosser Mächtigkeit schön aufge schlossen. Steinmergelartige Gesteine stehen am Wege von Lauterbach nach Angersbach dicht hinter der Ziegelei zu Tags und der obere. (Räth-) Keuper ist in allen Hohlwegen südöstlich von Angersbach zu sehen, sowie auch die Platten mit Taeniodon Ewaldi nordwestlich von Angersbach, etwa 800 M. von den letzten Häusern von Angersbach am Waldrande, wo dieser sich nach Süden umbiegt. Unmittelbar südlich von dieser letzten Stelle fand ich dunkle Thonschiefer in tieferen Ackerfurchen, und auf den Feldern und an Rainen schwärzliche, hellrostbraun verwitternde Kalke mit zahlreichen Ammonitenresten.Am häufigsten ist hier Amm. Johnstoni (psilonotus plicatus) bis zu 50 Mm. gross, doch ist nur die Schlusswindung resp. Wolinkammer gut erhalten; die früheren Windungen sind mit Kalkspath erfüllt und Kissen sich nicht vom Gestein trennen. Daneben finden sich Bruchstücke von Plagiostoma giganteum und von Pecten und selten von grossen Exemplaren von Amm. angulatus. Es sind also die beiden untersten Zonen des Lias hier vorhanden. Auf der Ludwig'schen geologischen Karte ist dort Keuper angegeben. Wie es scheint, streichen die Schichten von hier nach dem südwestlichen Theile von Angersbach hin. Die von Herrn v. Hayden gefundenen Stücke von Amm. angulatus stammen aus Schieferthonblöcken, welche nach einem Wolkenbruche in dem durch Angersbach laufenden Fluthgraben liegen geblieben waren. In einem solchen Schieferthonblock fand ich auch einige ganz verdrückte glatte Ammoniten, bis zu 20 Mm. im Durchmesser, welche zu Amm. planorbis (pilonotus laevis) oder Amm. Hagenowii gehören könnten. Anstehend sah ich schwärzliche Schieferthone in dem Fluthgraben, an dem südwestlichen Ende von Angersbach, während nach Angabe des Bürgermeisters das ganze Dorf auf derartigen Schieferthonen steht, welche freilich auch dem unteren oder oberen Keuper angehören könnten. Weiter aufwärts in dem Fluthgraben folgt dann auf dem Kopfe stehender Muschelkalk und Sarüber bunter Sandstein. Mit Beginn des Frühjahrs denke ich diese Gegend nochmal zu besuchen und namentlich nördlich von Lauterbach und Maar nach weiteren von Ludwig übersehenen Liaspunkten zu auchen.