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Cenomane Diluvial-Geschiebe bei Danzig

Roemer, Ferd.

Kurzfassung

Es wird vielleicht von Interesse für Sie sein, zu erfahren, dass die von Ihnen in Band XXV. 1873 pag. 66 ff. und Band XXVI. 1874 pag. 761 ff. aus der Gegend von Bromberg beschriebenen cenomanen Diluvial-Geschiebe sich auch bei Danzig gefunden haben. In einer Sammlung von Diluvial-Geschieben sedimentärer Gesteine, welche ein eifriger Zuhörer von mir, Herr Conwentz aus Danzig, in einer bei Langenau 2 Meilen südlich von Danzig, hart an der Eisenbahn gelegenen Kiesgrube gesammelt hat und welche er mir vor einigen Tagen vorlegte, befand sich ein kopfgrosser, mit Versteinerungen dicht erfüllter Block, in welchem ich sofort das von Ihnen beschriebene Gestein erkannte. Unverkennbar machte sich nämlich unter den eingeschlossenen Versteinerungen gleich auf den ersten Blick Ammonites Coupei in mehreren Exemplaren bemerkbar. Häufig ist auch der von Ihnen als Pecten orbicularis Sow. aufgeführte glatte Pecten. Bemerkenswerth ist ferner ein schön erhaltenes Exemplar von Triyonia spinosa Park., einer Art, welche in cenomanen Schichten am Berge Sainte-Cathérine bei Rouen, bei Le Mans und an anderen Orten vorkommt und also gut zu den anderen cenomauen Arten passt. Ausserdem enthält der Block eine Anzahl noch näher zu bestimmender Gastropoden und Acephalen. Das Gestein des Blocks ist ein mit vielen dunkelgrünen, feinen Glaukonitkörnern erfüllter fester, kieseliger, grauer Kalkstein, in welchem die Oberfläche der eingeschlossenen Steinkerne und Abdrücke der Conchylien gewöhnlich durch Eisenoxydhydrat gelbbraun gefärbt ist. Das Vorkommen dieser cenomanen Geschiebe bei Danzig weist noch bestimmter auf das von Ihnen vermuthete Ursprungsgebiet im Norden hin, als dasjenige bei Bromberg.