Original paper

Über fossile Steinbock-Reste

Laube, Gustav

Kurzfassung

Herr Laube sprach unter Vorlage der betreffen Stücke über Säugethier-Ueberreste in Böhmen, welche im diluvialen Löss in der Nähe von Aussig aufgefunden worden sind. Unter den vielen Knochen, worunter Elephas primigenius, Ursus spelaeus, Bos primigenius und hauptsächlich Rhinoceros tichorrhinus constatirt werden konnten, verdienen zwei Reste eines ursprünglich für ziegenartig gehaltenen Thieres eine besondere Beachtung. Dieselben erwiesen sich nämlich bei genaue Untersuchung als dem Steinbock zugehörig. Bei der daran sich anschliessenden Debatte bemerkte Herr v. Hauer, dass in einer Höhle von Croatien ein ganz ähnlicher Schädel gefunden worden sei, welcher sich mit grosser Wahrscheinlichkeit gleichfalls auf den Steinbock beziehen lasse. Herr Laspeyres wies auf einen in der Münchener paläontologischen Sammlung liegenden Zapfen vom Steinbock aus dem Starnberger See hin und forderte zur Vergleichung desselben mit den vorliegenden Resten auf. Herr v. Seebach erinnerte daran, dass ein fossiler Steinbock bereits aus Frankreich von Gervais als Ibex Cebennarum beschrieben worden sei.