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Über eine neue Gruppe vulcanischer Aschen

Baltzer, Armin

Kurzfassung

Nimmt man in einer Solfatara eine grosse Anzahl von Verbindungswegen oder Schloten an, welche den Krater mit dem ihm zugehörigen Heerd verbinden, so ist es einleuchtend, dass durch chemische Einwirkung der Fumarolengase auf die Oberflächen der Schlotwandungen nach langen Zeiträumen grössere Mengen von Reactionsproducten sich ansammeln, welche die Canäle nach und nach verstopfen. Die Summe der so gelieferten Producte wird entsprechen der Gesammtgrösse der der Einwirkung der Dämpfe sich darbietenden Oberflächen. Die erste kräftige Explosion wirft nun die so gebildeten Massen in Form von vulcanischer Asche heraus. Ein solche Solfatara mit vielen Schloten ist die der Insel Vulcano. Darauf weist die grosse Anzahl von äusserlich im Krater sichtbaren Fumarolenöffnungen hin, welche z. Th. ganz verschiedenartige Producte liefern. Nach einer Ruheperiode von 87 Jahren ist diese Solfatara wieder in eine Phase erhöhter Thätigkeit getreten. In diesem Zwischenraum hatten sich durch Einwirkung von H Cl, SO2, H2S, H2O auf die Schlotwandungen verschiedenartige Zersetzungsproducte angesammelt. Sie wurden gleich im Anfang der Eruption als weisser, die Luft verfinsternder Aschenregen ausgeschleudert, dessen Menge (Schicht von 3-4 Cm. bei der Fabrik; Verbreitungsbezirk über den grösseren Theil der Insel bis in's Meer hinaus) die Ansicht nicht aufkommen lässt, als handle es sich hier nur um eine geringfügige Erscheinung und keinen eigentlichen Aschenfall. Eher möchte man wegen der grossen Menge der Asche den Schluss zu ziehen geneigt sein, dass ein Theil der Lava selbst im Heerd zersetzt worden sei, zum Mindesten derjenige, welcher beim Auf- und Niederwogen des Magmas die Wandungen des Heerdes und der Schlote benetzte.