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Über den Verlauf der südliechen Küste des Diluvialmeeres soweit dieselbe Sachsen berührt

Credner, Hermann

Kurzfassung

Von der Südgrenze des Diluviums findet man auch bei neueren Autoren angegeben, dass sie sich von Görlitz über Bautzen und Dresden bis in die Gegend von Wurzen bei Leipzig und von hier aus nach Altenburg zu ziehe. Diese Angabe ist irrig. Die wirkliche Grenzlinie verläuft vielmehr vom Fusse des Isergebirges über Reichenbach an der Neisse, südlich von Zittau vorüber, über Warnsdorf, Rumburg nach Dresden und von hier am Fusse des Erzgebirges, südlich von Chemnitz und Zwickau auf Werdau zu. Es ergiebt sich daraus, dass die Südküste des Diluvialsees 10 bis 12 d. Meilen südlicher zu suchen ist, als bisher angenommen, und dass das ganze südlausitzer Plateau, das gesammte Granulitgebiet und das erzgebirgische Rothliegende-Terrain von nordischem Diluivium bedeckt ist. Am überraschendsten aber ist die Erscheinung, dass sich von Dresden aus eine Diluvialbucht über die sächsische Schweiz nach Nordböhmen hinein erstreckt und das Thal des bei Tetschen in die Elbe mündenden Polzen ausgefüllt hat. Der Beweis hierfür liegt in dem Vorkommen von skandinavischen Geschieben und zahlreichen Feuersteinen, welche sich bei Pankratz, Gabel, Böhmisch Leipa, Sandau und Tetschen in den quartären Kies- und Lehmablagerungen Nordböhmens finden. Herr v. Fritsch erwähnte eine merkwürdige Ausnahme von der Gliederung der Diluvialgebilde, wie sie von Herrn Laspeyres für die Umgegend von Halle ermittelt worden ist, die er als richtig anerkannte. Diese Ausnahme findet sich in der Nähe des Salzigen Sees nahe bei einer grossen Verwerfung. Auf der einen Seite liegt Bänderthon, 1 bis 2 M. stark, auf dem Grundgebirge, darüber Lehm mit nordischen Geschieben, welche häufig Gletscherstreifung zeigen, dann Kies und Lehm in der regelmässigen Folge. Auf der anderen Seite dagegen 12 M. Kies, verschwemmte Braunkohlentheile, eine Art von Breccie, auch Schweife von Braunkohle, auch Feuersteinstückchen.