Original paper

Über Schieferporphyroïden mit Abdrücken von Petrefacten aus der Umgegend des Hausberges im östlichen Taunus

Streng

Kurzfassung

Herr Streng aus Giessen legte eine Reihe von über Schieferporphyroïden mit Abdrücken von Petrefacten aus der Umgegend des Hausberges im östlichen Taunus vor, welche zwischen unveränderten Grauwackegesteinen eingelagert sind und mit keinem kristallinischen Massengesteine in Verbindung gebracht werden können, da weit und breit ein solches nicht zu finden ist. Herr v. Lasaulx hob im Anschluss daran hervor, dass auch am westlichen Abhang des rheinischen Schiefergebirges Schieferporphyroïde vorkämen, welche Herr Renard in Loewen in grosser Ausdehnung in den Ardennen in Belgien aufgefunden hat und binnen Kurzem namentlich ihrer mikroskopischen Beschaffenheit nach beschreiben wird. Herr Credner bezeichnete die Gesteine als ,feldspathführende Phyllite" und frug nach der Lagerung. Herr C. Koch bemerkte, dass am südlichen Rande des Unterdevon im Sieger-Lande in der Struth ganz gleiche Gesteine sehr häufig auftreten und überhaupt in dem Unterdevon an verschiedenen Stellen vorkämen; so habe er noch ganz kürzlich ein solches Gestein wenig unterhalb St. Goar beobachtet. Herr Richter erinnerte an die Porphyre und Porphyroïde in der Gegend von Saalfeld, Herr v. Dechen an die schiefrigen Porphyre der Lennegegenden im Unter-, grösstentheils in der unteren Abtheilung des Mittel-Devon (Lenneschiefer). Herr Gümbel hob die wesentlichen Unterschiede hervor, welche bei den echten Porphyroïden oder porphyroïdartigen Gesteinen stattfinden, und wies auf die grosse Aehnlichkeit der vorliegenden und der Gesteine von Trübenreuth hin. Ferner zeigte Herr Streng ein neues Vorkommen von Desmin von Auerbach, sowie merkwürdige Krystalle von Nagnetkies vor, welche neuerdings mit Rothgültigerz bei Andreasberg gefunden worden sind und auf den ersten Blick rombischen Krystallen von Markasit sehr ähnlich sind.