Original paper

Über vulcanische Quarze, insbesondere über solche mit geraden Flächen von der Hannebacher Ley

Lehmann

Kurzfassung

Der Streit über die Frage, ob der Quarz nur auf vässerigem Wege sich bilden oder auch aus dem Schmelzflusse seine Entstehung nehmen könne, welcher die Geologen einst in zwei Parteien spaltete, wurde durch mikroskopische Untersuchungen dahin beigelegt, dass für die Quarze in den älteren Eruptivgesteinen, Felsitporphyren und Trachyten, eine Ausscheidung aus dein Magma angenommen werden muss, was durch vom Quarz umschlossene Glaspartikel bewiesen wird. Für die Felsitporphyre nimmt man mit Recht eine starke Durchwässerung bei der Eruption an; Trachytausbrüche waren den jüngeren Lavenergiessungen bereits ähnlicher, welche letztere in unzweifelhaft gluthflüssigem Zustande sich befunden. In den Laven wurde Quarz als Neubildung zuerst von dem Redner im vorigen Jahre gefunden und darüber Beobachtungen publicirt. Die Laven enthalten den Quarz freilich nicht in der Grundmasse, sondern in Drusen, welche durch Einschmelzung von Gesteinseinschlüssen hervorgingen. Es war vom Redner überhaupt die Einschmelzung der sehr verschiedenen Einschlüsse in den Laven des Laacher Seegebiets genauer untersucht und konnte das interessante Resultat veröffentlicht werden, dass die verschiedenen Einschlüsse durch Schmelzung und Entwickelung von Dämpfen zur Bildung von Drusen Veranlassung gegeben haben. Quarzstücke, welche in dieser Weise von dem Magma eingeschmolzen und gerundet wurden, sind stets von Hohlräumen umgeben, in denen sich nur grüne Augite oft mit beim Herablaufen erstarrten Glaströpfchen finden, und tragen einen Glasüberzug. Nur in den durch Einschmelzung quarzführender Gesteine entstandenen Drusen baben sich Quarzkryställchen gebildet. Dieselben haben dihexaëdrische Ausbildung und stimmen darin mit den Quarzen der Porphyre überein. Neben ihnen kommt stets grüner Augit, seltener Tridymit, Feldspath, ein spinellartiges, in weissen Octaëdern auftretendes Mineral u.a. vor. Das Vorkommen von Quarzen in den Drusen ist kein seltenes, dagegen ist ein Fund aus den Schlacken der Hannebacher Ley ein vereinzelter.