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Über eine zahlreiche Sammlung von Gesteinsstücken, welche derselbe für Werkzeuge und Waffen aus der ältesten Steinzeit hält

Reinsch

Kurzfassung

Dieselben haben sich im Reichsforst zwischen Nürnberg und Erlangen gefunden, dessen Oberfläche aus Keupersandstein besteht. Das Fundgebiet hat eine Länge von 4,5 Kilom., bei einer Breite von 3 Kilom.; in demselben finden sich alte Monumente, Tumuli aus Felsblöcken, auch sind einige grosse Thongefässe in dem selben gefunden worden. Die Werkzeuge, von denen gegen 500 Stück gesammelt worden sind, bestehen aus grobem Quarzsandstein mit einem eisenschüssigen oder Limonit-Bindemittel, nur wenige, die für Speerspitzen gehalten sind, aus einem feinkörnigen Sandstein, der schon dem Lias zugerechnet wird. Redner legte Gewicht darauf, dass ausserhalb dieses Gebietes nur sehr wenige ähnliche Stücke gefunden worden seien. Herr Zittel bemerkte hierauf, duss er diesen Fund als prähistorisch nicht anzuerkennen vermöge, wenngleich er die Möglichkeit zugab, dass einzelne der vielen ausgestellten Stücke eine Bearbeitung durch Menschenhand erfahren haben könnten. Herr Desor erklärte dass er sich bereits früher mit diesem Gegenstande beschäftigt habe, da Herr Reinsch ihm viele Zeichnungen der vorgelegten Stücke zugeschickt habe; er sei über die Bedeutung derselben aber so zweifelhaft gewesen, dass er keine Antwort darauf gegeben; nach Prüfung der Stücke selbst sei er jedoch zu der Ueberzeugung gelangt, dass dieselben keine Artefacten seien, sondern natürliche Absonderungs- und Zerklüftungsstücke des dem Keuper entstammenden Sandsteins; der Redner hält den Irrthum, in welchen Herr Reinsch verfallen, für ein warnendes Beispiel und für eine Aufforderung, bei der Prüfung zweifelhafter Gegenstände mit grösster Genauigkeit und Umsicht zu verfahren. Herr v. Seebach stimmte der Ansicht des Herrn Desor vollkommen bei, ebenso Herr Laube, welcher besonders auf die wechselnde und schwankende Gestalt aufmerksam machte, welche die einzelnen Kategorien dieser Stücke zeigen. Herr Reinsch vertheidigte seine Ansicht besonders mit Hinweis auf die beschränkte Fundstelle der Werkzeuge, wonach Herr Gümbel diese Discussion mit der Bemerkung schloss, dass die vorliegenden Stücke einer oder einigen Sandsteinlagen im rothen Keuper angehören, welche in ähnliche Formen an der Oberfläche zerfallen und sich überall in dem fränkischen Keupergebiete da finden, wo diese Schichten zu Tage ausgehen; eine Beschränkung solcher Stücke auf die abzeichnete Fundstelle finde nicht statt.