Original paper

Bericht über die nach der allgemeinen Versammluug der Deutschen geologischen Gesellschaft in München unternomene Exursion in die bayerischen Alpen am 15., 16. und 17. August 1875

Von Ammon, Ludwig

Kurzfassung

Gemäss des im Jahre 1873 gefassten Beschlusses, mit den allgemeinei Versammlungen der Deutschen geologischen Gesellschaft einen gemeinsamen Ausflug zu verbinden, war auch für die diesjährige Münchener Versammlung im Programm eine Excursion und zwar auf drei Tage festgesetzt. Als Excursionsgebiet wurde die in geologischer Beziehung äusserst lohnende Hochgebirgsgegend um den Wendelstein sammt einem Theile des nördlich daran sich anschliessenden tertiären Vorlandes gewählt. Der Geschäftsführer Herr Gümbel hatte zu dem Zwecke eine detaillirte Publication der geognostischen Verhältnisse dieses Gebietes vorbereitet und dieselbe den Theilnehmern an der Münchener er Versammlung als Festschrift gewidmet. Dieser Broschüre, betitelt: Abriss der geognostischen Verhältnisse der Tertiärschichten bei Miesbach und des Alpengebiets zwischen Tegernsee und Wendelstein, sind zwei Karten beigegeben, eine geognostische Karte der miocänen und oligocänen Molnsseschichten im Leitzachthale bei Miesbach (Maassstab 1:10000) und eine geognostische Ausflugskarte in dem bayerischen Alpengebirge zwischen Tegernsee und Wendelstein (1:50000). Obwohl das auf letzterer Karte dargestelle Gebiet schon auf dem seit längerer Zeit publicirten Blatte Miesbach der geognostischen Karte des Königreichs Bayern (Maassstab 1:100000) enthalten ist, deshalb bereits früher ausführlich untersucht worden war, so erforderte doch die Kartirung des so sehr verwickelten Wendelsteinstockes in einem so grossen Maassstab an mehrfachen Stellen eine neue Begehung des Terrains. Hierbei wurde Herr Gümbel von den Assistenten des geognostischen Büreaus, Herrn Loretz und dem Berichterstatter, unterstützt. Am Morgen des 15. August versammelten sich etwa 40 Mitglieder der Gesellschaft am Münchener Bahnhof und gelangten nach kurzer Fahrt nach dem freundlich gelegenen Miesbach. Von hier aus wurde in östlicher Richtung das diluviale Plateau überschritten, um die tertiären Aufschlüsse im Leitzachthale in Augenschein zu nehmen.