Original paper

Ueber den Quarzit bei Greifenstein im Kreise Wetzlar

von Dechen, H.

Kurzfassung

Ferd. Roemer hat im 26. Bande der Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft 1874 pag. 752 eine Notiz über die bei Greifenstein im Kreise Wetzlar vorkommenden Quarzite mit Steinkernen und Abdrücken von Pentamerus Rhenanus bekannt gemacht. Der Verfasser bezeichnet dieselben als Richten von entschieden höherem Alter als die Coblenzer Grauwacke (Spiriferen-Sandstein Sandb., Unterdevon) und schliesst unbedenklich aus dem Vorkommen des Pentamerus auf deren silurisches Alter. Auf der Section Wetzlar der geologischen Karte der Rheinprovinz und Westfalens im Maassstabe von 1 : 80000, welche als eine der letzten dieser Karte 1865 erschienen ist (Verh. d. naturb. Vereins, Jahrg. 22. 1865, Corresp.-Bl. No. 2 pag. 63), sind die Quarzite von Greifenstein dem Culm, der unteren Abtheilung des Carbon zwischen Kohlenkalk und Flötzleerem, zugerechnet. Dieser Culmzug erstreckt sich von Greifenstein gegen SW nach dem Ulmbach bei Wallendorf und Beilstein, tritt nach einer Ueberdeckung durch basaltische Gesteine nochmals im Kallenbergsbach zwischen Arborn und Nenderoth auf, um nach dieser Richtung bin unter den basaltischen Gesteinen des Westerwaldes gänzlich zu verschwinden. Auf der rechten Seite des Thales unterhalb Arborn sind diese Schichten alsDachschiefer benutzt worden, wie denn der Culm dieser Gegend mehrfach so feste, spaltbare Schiefer enthält, dass sie in dieser Weise verwendet werden. In nordöstlicher Richtung wird derselbe Culmzug bei Edingen von der Dill, bei Offenbach von der Ahrdt, bei Weidenhausen von der Salzboede, bei Sinkershausen von der Alna durchbrochen, erreicht die Lahn bei Caldern und erstreckt sich von deren rechten Seite bis zum Eisenberge oberhalb Gossfelden. Dieser letztere Culmzug ist grösstentheils auf der bereits 1863 erschienenen Section Laasphe der Karte dargestellt. Diese Section, sowie Wetzlar habe ich in Gemeirischaft mit Herrn Dr. C. Koch und Bergmeister Riemann bearbeitet. Obgleich ich nach mehrfachen Begehungen der Gegend von Greifenstein in den Jahren 1846 bis 1863 vollständig überzeugt war, dass die Quarzite von Greifenstein zwischen deutlichen Culmschichten: schwarzen dünnblättrigen Schiefern, Kieselschiefern (Lyditen), Alaunschiefern und Plattenkalken gleichförmig eingelagert sind und diesem Schichtverbande angehören, veranlasste mich doch der entschiedene Widerspruch eines so hoch angesehenen Geologen und Paläontologen, wie Ferd. Roemer, zu einer nochmaligen Präfung meiner früheren Beobachtungen und Ansichten an Ort und Stelle.