Original paper

Ueber die Billings'sche Gattung Pasceolus und ihre Verbreitung in paläozoischen Ablagerungen

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Im Laufe dieses Frühjahrs wurde mir von Professor vom Rath in Bonn das Tafel XX. abgebildete, aus dem Mitteldevon der Eifel stammende Fossil zur Bestimmung übersandt. Dasselbe stellt einen kurzbirnförmigen Körper dar, dessen mit Gesteinsmasse erfüllter Innenraum von einer höchstens 2 Mm. dicken Schale umschlossen wird, welche aus flach convexen, hexagonalen, in gerade Reihen geordneten Plättchen zusammengesetzt ist. Der Umstand, dass die letzteren nicht aus späthigen, sondern - worauf Herr vom Rath mich aufmerksam machte - aus dichtem Kalk von schwach durchschimmernder Beschaffenheit und hornähnlichem Ansehen bestehen, sprach für mich sogleich gegen die Deutung des Petrefactes als Proboscis eines Crinoiden. Derselbe Umstand setzte sich aber auch der Zurechnung des Körpers zu der Ordnung der Cystideen entgegen, die sich übrigens schon dadurch zu verbieten schien, dass trotz der vortrefflichen Erhaltung der Oberfläche keine Spur von den für jene so charakteristischen sogen. Kelchporen wahrzunehmen war. Dagegen brachte mir die allgemeine Gestalt des Restes und die Art seiner Plattenbekleidung bald ähnliche von Billings unter der generischen Bezeichnung Pasceoius beschriebene Körper aus nordamerikanischem Silur in Erinnerung. Billings weist denselben keine bestimmte Stellung im zoologischen System an, deutet indess bereits auf eine mögliche Verwandtschaft mit Eichwald's Cyclocrinus aus russischem Silur, sowie besonders mit dem vonPhillips als Sphäronites tesselatus aus englischem Devon beschriebenem Fossil hin. Die Beziehung der nordamerikanischen Formen zur genannten Eichwald'schen Gattung lässt sich bei der grossen bis jetzt über dieselbe herrschende Unklarheit nicht mit Sicherheit feststellen; die Uebereinstimmung mit dem englischen Devonfossil aber ist so gross, dass an ihrer Zusammengehörigkeit kaum zu zweifeln sein dürfte.