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Albit im Mikroklin

Des Cloizeaux

Kurzfassung

-Im Begriffe, meine Arbeit über den Mikroklin zum Drucke zu geben, nachdem es mir gelungen, eine erste Reihe von photographischen, die merkwürdige Structur dieses Feldspaths darstellenden Bildern zu erhalten, kam ich auf den Gedanken, durch einen geschickten Arbeiter noch viel dünnere Platten, als meine bisherigen, darstellen zu lassen, um jene photographischen Bilder um so vollkommener zu erhalten. An diesen dünnen Platten nun gelang mir die Beobachtung, dass ein grosser Theil jener eingeschalteten Partieen, welche ich früher für Feldspath gehalten hatte, in der That Albit sind. Zuweilen erscheint der Albit als feine, auf der basischen Spaltungsfläche des Mikroklins quer verlaufende Adern (z.B. bei der rothen Varietät aus den Umgebungen von Arendal). So begreift man, wie dies Gemenge der beiden Mineralsubstanzen eine grössere Gesetzmässigkeit erreichen kann, als man bei der Verschiedenheit ihrer Winkel P : M (90° 15' beim Mikroklin; 93° beim Albit) voraussetzen sollte. In der That fallen auf der M-Fläche die Spaltungsebenen des Mikroklins und der eingeschalteten Albitlamellen fast zusammen, während die schmalen Bänder auf der Spaltungsfläche P einen eigentümlich unregelmässigen Verlauf besitzen. Diese Bänder zeigen deutlich äusserst feine Streifen, parallel zur Kante P : M. Es sind die gewöhnlichen aus- und einspringenden Zwillingskanten der Plagioklase.