Original paper

Über eine aus den 6 Messtischblättern Zellerfeld, Harzburg, Riefensbeek, Braunlage, Herzberg und Zorge zusammengesetzte geologische Karte

Kayser, Emanuell

Kurzfassung

Abgesehen von den im westlichen Theil dieses Gebietes auftretenden, noch weiter zu studirenden Devon- und Culmbildungen wird das fraglicheGebirgsstück von Ablagerungen der hercynischen Schichten-Folge eingenommen, und zwar von solchen, die den Stufen der Tanner Grauwacke und der Wieder Schiefer angehören. Ausgehend von der schon publicirten Section Zorge führte der Vortragende aus, dass sich die im Westen und Nordwesten jenes Blattes vom Harzrande bei Lauterberg und Herzberg bis an den Acker ausdehnende Grauwacke der Tanner Grauwacke zuzurechnen sei. Die Quarzit- und Diabas-führende Schieferzone von Andreasberg gehört den Wieder Schiefern an. Schon bei Andreasberg ist diese Zone sehr schmal, weiter westlich theilt sie sich in zwei Aeste, von denen der eine sich bald darnuf ganz auskeilt, der andere nördlichere aber als ein überaus schmales Band bis an den Zechsteinrand zu verfolgen ist. Die Wieder Schiefer setzen sich in dieser Gegend von unten nach oben folgendermaassen zusammen: 1. Schiefer mit eingelagerten Kalken und Kieselschiefern; bei Lauterberg kommen in diesen Schiefern Graptolithen vor. 2. Schiefer mit körnigen Diabasen; 3. Schiefer mit quarzitiachen Einlagerungen; dieselben enthalten bei Andreasberg Versteinerungen, welche wohlbekannten Arten des rheinischen Spiriferensandsteins nahe stehen. Mit der Thatsache, dass sich die Andreasberger Schieferzone nach Westen allmälig ausspitzt, hängt es zusammen, dass die Quarzite schon in der Gegend von Andreasberg verschwinden, westlich von diesem Orte auch die Diabase aufhören, und noch weiter nach Westen zu, in den erwähnten beiden langen zipfelförmigen Enden jener Zone, nur noch Kiesel- und Wetzschiefer-artige Gesteine und Schiefer mit kalkigen Einlagerungen auftreten.