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Versteinerungen und einige andere Fossilien aus den Diluvialschichten von Dragebruch bei Kreuz

Kosmann, Bernhard

Kurzfassung

Ungefähr 1/2 Meile oberhalb desjenigen Punktes, wo die von Norden herabkotmmende Drage sich in die Netze ergiesst, ist auf dem rechten Drageufer, an der östlichen Grenze der Neumark, bei dem Dorfe Dragebruch ein Braunkohlenunternebmen entstanden, welches zu mehreren Bohrungen und Schachtabteufen Anlass gegeben hat. Theils diese Arbeiten, welche bis zu 200' Teufe eingedrungen sind, theils einige andere oberflächliche Ausgrabungen behufs Kies- und Lehmgewinnung haben Aufschluss über die Zusammensetzung der dortigen Diluvial- und Tertiärschichten gegeben und sind in den durchörterten Diluvialschichten Geschiebe sedimentärer und granitischer Gesteine in grosser Anzahl und ausgezeichneter Beschaffenheit gefunden worden, von denen diejenigen der ersteren Gruppe vorgezeigt wurden. Die Reihenfolge der durchteuften Schichten von oben nach unten ist: [...] Ueber das Verhalten des Tertiärgebirges und die Ablagerung der Braunkohlen soll demnächst, sobald der Aufschluss in grösserer Ausdehnung erfolgt ist, berichtet werden. Von den Diluvialschichten ist der untere Diluvialmergel in besonderer Mächtigkeit entwickelt, nämlich über 15 Lachter, indem er bei 7 Lachter unter Tage beginnt. Die Gesteinsbeschaffenheit desselben ist eine durchweg gleichförmige und sind grossere Geschiebe in ihm äusserst selten; um so merkwürdiger erschien es daher, als heim Abteufen des grossen Wasserhaltungsschachtes (17' auf 14' lichte Weite) in 125' Teufe ein 1 1/2 mächtiges, geschlossenes Lager grösserer knollenförmiger Geschiebe angetroffen wurde, welches als der mittlere Theil eines nesterartigen Vorkommens anzusehen war.