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Über geglättetes und mit vielen sich unregelmässig hin und her biegenden und ineinander verfliessenden Furchen versehenes Trachytstück

Kayser, Emanuell

Kurzfassung

Herr Kayser legte ein über geglättetes und mit vielen sich unregelmässig hin und her biegenden und ineinander verfliessenden Furchen versehenes Trachytstück vor, welches er im Frühjahr auf der liparischen Insel Vulcano gesammelt hatte. Alle frei aufragenden Felsen und Gesteinsblöcke am steilen Südabhange der genannten Insel zeigen die gleiche Politur und Streifung. Dieselbe erinnert in auffälligster Weise an die ähnliche Erscheinung, die Naumann von den Porphyrfelsen bei Hohburg in Sachsen beschrieben hat. Um ein Urtheil darüber zu gewinnen, ob die Hohburger Schliffe von Naumann mit Recht als ein durch Gletscherwirkung hervorgebrachtes Phänomen gedeutet seien, begab sich die geologische Gesellschaft: vor der allgemeinen Versammlung in Leipzig im Herbst 1874 nach Hobburg. Obgleich man nun bei dieser Gelegenheit wohl ziemlich allgemein zu der Ueberzeugung kam, dass von Glacialschliffen durchaus abzusehen sei, so gelang es doch nicht, sich auf eine bestimmte Ansicht über die Entstehung der Schliffe zu einigen. Ein paar Stimmen erhoben sich indess schon damals für die Ansicht, dass die Hohburger Streifen durch Sandwehen erzeugt und den sogen, sandcuttings der Sahara und anderer Sandwüsten zu vergleichen seien. Dass nun die beschriebenen Schliffe von Vulcano in der That durch Triebsandwirkung gebildet werden, kann nach den Beobachtungen des Vortragenden an Ort und Stelle keinem Zweifel unterliegen.