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Über eine kleine Collection fossiler Conchylien vom Isthmus von Korinth

Dücker, V.

Kurzfassung

Die betreffende Laudenge besteht in ihrer Breite von ca. 7 Kilom. bei 40-50 M. Höhe an der Poststrasse von Kalamaki nach Neu-Korinth fast gantz aus Muschel- und Austerbänken. Die Conchylien dieser Bänke stehen in ihren Formen denjenigen der noch jetzt in den griechischen Meeren lebenden Fauna so nahe, dass der Vortragende dieselben von den Schalen der letzteren nicht zu trennen wusste und deshalb Herrn Prof. Speyer ersucht hatte, die vorgelegten Reste etwas näher mit tertiären und mit lebenden Arten zu vergleichen.Redner knüpfte hieran die Bemerkung, dass aus diesem Vorhandensein so recenter Muschulbänke in gewisser Höhe über dem Meeresspiegel eine Hebung des betreffenden Gebietes in neuester geologischer Zeit hervorgehe, und erzählte weiter, dass er auch Spuren von Bodenschwankungen aus historischer Zeit in Griechenland beobachtet habe. So z.B. seien in unmittelbarer östlicher Nähe des Pyräus, unfern des Grabes des Themistokles, deutliche Felsaushiebe der alten Steinbrucharbeiten 2-3 M. tief unter dem Meeresspiegel zu sehen, und ferner habe er bei der Stadt Eleusis alte Baureste, namentlich einen Mosaikfussboden in geringer Tiefe unter dem Meeresspiegel gesehen. Endlich habe er auf der Insel Naxos am Ufer einer Bucht in geringer südlicher Entfernung von der Stadt gleichen Namens die Spuren der Hebung des Bodens in neuester Zeit an mehreren übereinander liegenden Abspülungs-Terrassen erkannt. Schliesslich erwähnte er noch die merkwürdige Thatsache, dass an der Küste der jonischen Insel Kephalonia und zwar, wie er selbst gesehen habe, am Nordrande des Hafens der Stadt Kephalonia zwei Stellen am Meeresufer vorhanden seien, wo das Meerwasser continuirlich in den felsigen Boden der Küste fliesst, so dass zwei Wassermühlen von den Einströmungen getrieben werden. Er drückte seine Verwunderung darüber aus, dass eine so höchst auffallende Erscheinung seines Wissens in geologischen Werken nicht erwähnt werde, und dass erst in neuester Zeit, z.B. 1872 auf der Naturforscher-Versammlung zu Wiesbaden davon gesprochen worden sei. Herr Lasard erinnerte daraufhin an ,Wiebel: Die Insel Kephalonia und die Meermühlen von Argostoli u.s.w. Hamburg 1873" und die darin aufgeführte ältere Literatur. Herr Speyer knüpfte hieran die Bemerkung, dass alle Arten lebend seien, dass also echtes Pleistocaen vorliegt.