Original paper

Die Porphyroide des Harz sind abnormale Schichtglieder des hercynischen Schiefergebirges

Lossen, K. A.

Kurzfassung

Als solche treten sie nicht gleichmässig im ganzen Gebirg vertheilt, sondern nur nördlich der Sattelaxe der Tanner Grauwacke und auch hier nur in den Granitcoutactringen oder im Zwischengebiet zwischen Ramberg undBrocken auf. Spricht schon letztere Beschränkung gegen eine ursprüngliche locale Faciesbildung und für eine Abhängigkeit vom Granit, so befestigt sich diese Auffassung durch die thatsächliche Beobachtung, dass auch auf diesem beschränkten Verbreitungsbezirk keine gleiehmässige Vertheilung der Porphyroide, vielmehr eine sehr auffällige polare Anhäufung derselben an den einander zugekehrten Granit-Seiten, bei Treseburg-Friedrichsbrunn einerseits und bei Braunlage-Elend (nach O. Schilling's und E. Kayser's Untersuchungen) andererseits, statthat, wogegen das mittlere Granit-Zwischengebiet nur spärliche vereinzelte Vorkommen aufweist. An jenen beiden Polen sind die Porphyroid-Schwärme theilweise innerhalb der Granit-Contactringe um Ramberg und Brocken, theilweise, soweit überhaupt auf dieser Seite der Granite eine schärfere Abgrenzung der Contaetringe durchführbar erscheint, ausserhalb derselben verbreitet. Auf der Nordwestseite des Hamberg-Granit ist bemerkenswerth, wie fast alle Porphyroide mit fast kaum nennenswerther Ausnahme südlich des gegen S. einfallenden Bode-Ganges, jener brockeuwärts ziehenden Apophyse des Rainberg-Granit, zu Tage treten. Ihr Auftreten ist nicht an ein festes Niveau innerhalb der Schichtenreihe gebunden. Einige liegen in unmittelbarem Contact des körnigen Diabas, andere treten in den kalksilicathaltigen Bandhornfelszonen auf, die den Kalk-führenden Wieder Schiefern ausserhalb des Granitbereichs entsprechen, noch andere stehen in Beziehung zu dem Haupt-Quarzit. Danach kann eine Uebereiustiramung der Harz-Porphyroide nach ihrer stofflichen und mineralischen Zusammensetzung gar nicht erwartet werden.