Original paper

Clinoceras n. g., ein silurischer Nautilide mit gelappten Scheidewänden.

Mascke, H.

Kurzfassung

In den silurischen Diluvialgeschieben der Provinz Preussen finden sich orthocerasähnliche Gehäuse eines Nautiliden von kleineren Dimensionen, welche dem Sammler dadurch auffallen, dass hinter der Wohnkammer fast immer nur wenige Septa vorhanden sind, während der übrige Theil des Kammerkegels mit Kalkspath oder Bergmasse ausgefüllt ist, ohne dass Spuren der hier vorhanden gewesenen Septa sichtbar geblieben wären. Die in den betreffenden Geschieben mitvorkommenden Versteinerungen gehören der unteren Schichtengruppe des Silurs, ausnahmsweise dem oberen Silur an. Es fanden sich nämlich in hellgrauem Kalkstein Reste von Asaphus und Endoceras; in einem hellgelblichgrauen Geschiebe von sehr feinem Korn dergleichen von Asaphus, Lichas, Proetus, Ciphaspis, Sphaerexochus, Acidaspis, Platystrophia, Porambonites, Bellerophon u.a. m.; ferner in dunkelgrauem Kalkstein Asaphus rimulosus und Orthoceras trochleare; in schwärzlichgrauem, sehr krystallinischem Gestein Illaenus centaurus; in roth nnd grünlichblau geflasertem, sowie in braunrothem Kalkstein Bruchstücke der Schale von Asaphus. Erstere Geschiebe deuten durch Gesteinscharakter und Versteinerungen auf ihre Abstammung aus nordrussischen Schichten, letztere auf Schweden, speciell Oeland, hin. Mit den silurischen Geschieben kommen ausser solchen krystallinischer Gesteine besonders viele vor, welche glaukonitischen Kreideschichten, vom Cenoman bis Senon, angehört haben, deren ursprüngliches Lager bis jetzt aber weder in Russland oder Schweden, noch auf Bornholm oder Rügen gefunden worden ist. Da nun auch die Brachiopoden der silurischen Geschiebe Ostpreussens bei aller Aehnlichkeit mit den gleichen Species aus dem Silur der russischen Ostseeprovinzen doch einen abweichenden Habitus zeigen, so kann als wahrscheinlich angesehen werden, dass die in Rede stehenden Diluvialgeschiebe aus Schichten herstammen, welche bei Austiefung des Ostseebettes zwischen Oeland und dem Klint zertrümmert und zerstreut wurden. Nachstehende Charakteristik von Clinoceras ist entworfen nach vier Exemplaren mit Wohnkammer und Kammerkegel, wovon nur zwei bis zum hinteren etwas defecten Ende Septa haben, nach fünf weniger vollständigen Bruchstücken und drei Steinkernen von Wohnkammern.