Original paper

Ueber die Bildung des Schwarzwaldes und der Vogesen.

Platz

Kurzfassung

Im 27. Bande dieser Zeitschrift (pag. 83 bis 104) liefert Herr Lepsius einen Beitrag zur Geologie der oberrheinischen Gebirge (Ueber den bunten Sandstein in den Vogesen, seine Zusammensetzung und Lagerung), in welchem die bisherigen Ansichten über die Bildung von Schwarzwald und Vogesen als unhaltbar verworfen werden. Der Autor resümirt am Schlüsse seiner Abhandlung seine Meinung dahin: ,,dass sowohl die auf den ausseren Abdachungen der Vogesen ,,und des Schwarzwaldes, als die in der Rheinebene liegen- ,,den Schichten der Trias und des Jura nur Reste sind von ,den durch eine nachjurassische Hebung zerrissenen Forma-,tionen, und dass vor diesem Zeitpunkte diese Ablagerungen ,,über den ganzen Raum des südwestlichen Deutschlands in ,,concordanter Lagerung und in ununterbrochener Reihenfolge ausgebreitet lagen." Bisher haben sämmtliche Geologen, welche sich mit Untersuchungen im Schwarzwald und in den Vogesen beschäftigten, die von E. De Beaumont aufgestellte Ansicht getheilt, dass die Entstehung beider Gebirge in die Zeit des bunten Sandsteins falle, indem nach Ablagerung des sogen. Vogesensandsteins längs zweier ungefähr nordnordöstlich streichender Spalten eine Hebung erfolgt sei, und dadurch die beiden parallelen Gebirgsrücken dem Meere enthoben worden seien. Es wurde ferner aus den Lagerungsverhältnissen geschlossen, dass in relativ sehr neuer Zeit, am Schlüsse der Tertiärperiode, eine zweite Hebung den beiden Gebirgen ihre jetzige Höhe gegeben und zugleich die Schichtenstörungen innerhalb des Rheinthals und in den niedrigen Hügelketten, welche die beiderseitigen steilen Gebirgsabhänge begleiten, erzeugt habe.