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über die geologische Beschaffenheit der liparischen Inseln

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Auf beiden Eilanden ist auf eine ältere basische Eruptionsepoche eine jüngere sauere gefolgt. Die erste hat doleritische oder wohl richtiger andesitische Gesteine geliefert, die nur einige 50 pCt. Kieselsäure enthalten und den heutigen Eruptionsproducten des Aetna und Stromboli nahe stehen. Die dunkelen Gesteine sind meist porphyrisch, zuweilen auch mandelsteinartig entwickelt und enthalten in einer mehr oder weniger porenreichen, steinigen, nur ausnahmsweise glasigen Grundmasse Ausscheidungen von triklinem Feldspath, Augit und Olivin. Die sauere Eruptionsepoche dagegen hat hellfarbige Trachytgesteine von hohem und höchstem Kieselsäuregehalt und überwiegend hyaliner Ausbildung geliefert. Die Trachyte treten in Verbindung mit weissen Bimsteintuffen auf, die Andesite zusammen mit grauen Tuffmassen. Das höhere Alter der basischen Gesteine geht sowohl daraus hervor, dass sie zum grossen Theil durch sauere bedeckt werden, als auch daraus, dass sie vielfach als Einschlüsse in den letzteren vorkommen. Auf Lipari besteht der mittlere und der ganze nordwestliche Theil der Insel aus den älteren andesitischen Bildungen. Hier liegen die höchsten Erhebungen der Insel, deutliche Kvatere aber sind kaum mehr vorhanden. Die trachytischen Bildungen nehmen dagegen den nordöstlichen und südlichen Theil der Insel ein, und hier findet man noch eine Menge ausgezeichnet erhaltener Kratere und Lavaströme. Auf Vulcano besteht nur der jetzige Hauptkegel, die sogen. Solfatara, aus saueren Gesteinen, während der Monte Saracenico, das alte, jenen Kegel im Süden und Südwesten umgebende halbkreisförmige Wallgebirge und der noch ältere, den südwestlichen Theil der Insel bildende Colle piano, eine gewaltige Vulcanruine mit sehr hochliegendem Kraterboden, gänzlich aus basischeren Gesteinen bestehen.