Original paper

Ueber das verkieselte Coniferenholz des norddeutschen Diluviums und dessen Ursprung.

Meyn, Ludwig

Kurzfassung

Unter den versteinerten Hölzern, welche im norddeutschen Diluvium neben den skandinavischen Gebirgsarten als Geschiebe vorkommen, ist besonders ein Coniferenholz bemerkenswerth, welches sich durch seine eigentümliche Erhaltung von allen anderen Holzsteinen leicht unterscheidet. Die Verkieselung hat bei demselben zunächst alle Gefässe erfüllt, wie das auch bei anderen verkieselten Hölzern der Anfang des Processes gewesen sein muss. Während aber bei den anderen nach der Erfüllung der Gefässe die Holzsubstanz allmälig verschwand und durch weitere Quarz- oder Opalmasse, in der Regel von anderer Farbe, ersetzt wurde, so dass im völlig dichten und spiegelnden Querschliff die Structur des alten Holzes offen vorliegt - ist zwar auch hier die Holzsubstanz verschwunden, aber nicht wieder durch Stein ersetzt worden, sondern die von Quarz erfüllten, dicht nebeneinander liegenden Gefässe sinterten nur lose zusammen, so dass sie eine Art Gerippe, oder richtiger, ein regelmässig angeordnetes Haufwerk von kleinen Steinkernen bilden. An diesen nun würde man unschwer alle Charaktere der vormaligen Gefässe beobachten können, wenn nicht der Quarz krystallinisch geworden und sich meistens in parallelen mikroskopischen Krystallen nach der Richtung der Holzfaser angeordnet hätte. Die Farbe dieser Holzquarze ist in der Regel ganz bestimmt licht erbsengelb, sie sind zwar an den Kanten und Ecken fast immer abgerundet, aber doch lang und dünn, wie grosse Holzsplitter, wodurch sie, abgesehen von ihren sonstigen Charakteren, zwischen den anderen Steinen leicht ins Auge fallen und aufgelesen werden, um in den Häusern der Landleute als Curiositäten aufbewahrt, oder als Wetzsteine benutzt zu werden, wozu sie sich wegen ihrer Härte und ihres lockeren, höchst feinen Gefüges vortrefflich eignen.