Original paper

Island's Vulcanlinien.

Kjerulf, Th.

Kurzfassung

Aus dem Norwegischen von Herrn Adolf Gurlt in Bonn. Es giebt von Island eine bewundernswerthe Karte in 4 grossen Blättern von Björn Gunlaugsson aus dem Jahre 1844. Sie heisst: Carte d'Islande (Uppdrattr Islands), publiée par la Société littéraire d'Islande, exécutée sous la direction de Mr. O. N. Olsen, Copenhague, 1844. Die Karte wird durch zwei einander rechtwinklig schneidende Linien in vier Theile getheilt, welche man der Bequemlichkeit halber als Nordwest-, Nordost-, Südwest- und Südost-Viertel bezeichnen möge. Ihr Schnittpunkt liegt am Nordende des Gletschergebirges Hofjökel, mitten im Lande. In der beifolgenden Kartenskizze sind die Gletschergebirge für sich hervorgehoben. Sie bilden hoch aufragende isolirte Gebirgspartieen, oft mit einer ungeheuren, mauerähnlichen Felswand am Fusse; oben sind sie mit den eigentlichen Gletschern, Jökel, gekrönt. Ferner sind auf der Karte die Stellen mit schwarzen Punkten bezeichnet, wo vulcanische Ausbrüche nachweisbar oder muthmasslich stattgefunden haben, indem man dort, von ihnen ausgehend, grosse und mächtige Lava-Ergüsse, entweder in einem einzigen oder in vielen Strömen, vorfindet. Ein Blick auf die Karte lehrt, dass die Gletschergebirge von vulcanischen Ausbruchstellen umgeben sind, wenn man das äusserste nordwestliche Island ausnimmt, von dem man überhaupt wenig weiss. Viele Gletscherberge sind selbst ganz unzweifelhafte Vulcane. Für die weitere Orientirung sind zunächst nur zu erwähnen die beiden langen Halbinseln, welche in dem Südwest-Viertel vortreten, nämlich die des Snefell im Norden und die des Reykjanness im Süden. Der grosse See bei der letzteren Halbinsel heisst Thingvallavatn. Hier finden sich in der Fortsetzung der Begrenzungslinien des See's die beiden meilenlangen Spalten oder Gjaa, die Allmannagjaa und die Hrafnagjaa.