Original paper

Zur Frage über das Alter der in den Umgebungen von Omsk vorkommenden Schichten.

von Czerski, F.

Kurzfassung

In No. 2 des dritten Bandes der Nachrichten der sibirischen Abtheilung der kaiserl. russischen geographischen Gesellschaft ist mein ,Ueberblick des geognostischen Baues der Umgebungen der Stadt Omsk" veröffentlicht worden (pag. 110 bis 118). Die Lagerungsverhältnisse der in dieser Gegend vorkommenden Schichten haben mich zu der Ueberzeugung gebracht, dass in diesen Ablagerungen zwei Schichtengruppen zu unterscheiden sind, deren die obere (die von Sachlaminsk) sich auf den stark ausgeschwemmten Schichten der unteren Gruppe (der von Novaja Staniza) abgelagert und die in den horizontalen Schichten dieser älteren Ablagerung gebildeten, bis 10 Klafter tiefen Thäler ausgefüllt hat. Eine solche Trennung wird durch die von mir beschriebenen Verhältnisse der beiden Schichtengruppen unstreitbar bewiesen, z. B. am Flusse Om (pag. 114-116), wo die Untersuchung derselben durch den verschiedenen petrographischen Charakter der vorliegenden Schichten beider Gruppen noch erleichtert wird, und derselbe, sie sogar von weitem leicht zu unterscheiden erlaubt, da der dunkelbraune, zuweilen sogar schwarzbraune, sehr plastische, und sich gut polirende Lehm, sowie auch der graue, weissliche und zuweilen reinweisse, sehr feinkörnige, nicht selten abfärbende sandreiche Thon (sogar thoniger Sand) der unteren Schichtengruppe, von dem verhältnissmässig grobkörnigen, gelben, in Ziegelthon übergehenden Löss und vom gelben Sande der oberen Gruppe stark abstechen. In dem oben erwähnten Artikel habe ich auch nachgewiesen, dass die meisten, dem Sande der oberen Schichtengruppe untergeordneten Gerölle, aus eigentümlichen, der unteren Schichtengruppe ausschliesslich eigenen Kalkconcretionen entstanden sind, indem diese ältere Ablagerung, noch bevor ihre Schichten vom Wasser gestört wurden, sich mit einer solchen Menge dergleichen Bildungen überfüllt hatte, dass sie jetzt das einzige locale Material zum Kalkbrennen darbieten.