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Der Glaukophan und die Glaukophan führenden Gesteine der Insel Syra.

Luedecke, Otto

Kurzfassung

Die Insel Syra im aegaeischen Meere liegt in der Mitte der Cycladen; sie ist der Mittelpunkt des Verkehrs jener Inselgruppe und daher auch in mercantiler Hinsicht nicht unwichtig. Ihr Umfang beträgt nach Virlet ungefähr 25 Meilen; sie ist sehr gebirgig. Ihre Höhenzüge werden vorzüglich durch Glimmerschiefer zusammengesetzt; an einzelnen Stellen tritt der denselben unterteufende Gneiss zu Tage. Der Glimmerschiefer hat verschiedene Einlagerungen - une nombreuse suite des plus belles Roches (Virlet) - von welchen der Eklogit, sowie der Disthenfels schon längere Zeit bekannt sind. Die Hauptstadt der Insel, Hermupolis, ist durch eine Schlucht in zwei Theile getrennt; die obere Stadt steigt an dem kegelartigen Gehänge eines Bergausläufers empor. Dieser Berg besteht wesentlich aus Marmor, der mit Glimmer- und Hornblendegesteinen wechsellagert, die zum Theil in stark gewundenen Schichten vorkommen und Adern von Quarz und Siderit führen. Im Allgemeinen entspricht der Osthang der Berge den Schichtflächen, die etwas steileren Westhänge zeigen die Schichtköpfe. Die Bergkuppen in der Nähe der Stadt bestehen fast alle aus diesem Marmor, der oft sonderbar zerfressen ist und in welchem sich Flechten geradezu einbohren; er ist etwas bläulich oder grau, zuweilen pyrithaltig und führt in manchen Lagen viel Glaukophan. Im Südwesten der Stadt tritt der Marmor zurück und es treten Thonschiefer, Thonglimmerschiefer und Glimmerschiefer auf, welche oft recht reich an Granat und Hornblende sind. Der höchste Punkt der Insel ist der Pyrgos, angeblich eine Höhe von 780 Meter (Expedition scientifique sur Moreé II. pag. 70), nach den Messungen von K. v. Fritsch und W. Reiss ist er jedoch nur 323 Meter hoch.