Original paper

Geologische Untersuchung der Provinz Loja

Wolf, Theodor

Kurzfassung

Der erste Auftrag, welchen ich in meiner neuen Stellung als Staats-Geologe von der ecuatorianischen Regierung erhielt, lautete dahin, die Provinz Loja geologisch zu untersuchen, mit besonderer Berücksichtigung der nutzbaren Mineralien. Die Regierung bewies durch die Wahl und den Vorzug dieser Provinz einen sehr richtigen Takt, denn dieselbe war erstens noch ganz und gar unbekannt und nie von einem Geologen untersucht, und zweitens ist sie in Bezug auf Bergbau unstreitig die wichtigste in der ganzen Republik. Meine Reise dauerte 3 Monate und war, da sie gerade in die Regenzeit fiel, ausserordentlich beschwerlich. - Nehmen Sie vorlieb mit der beiliegenden Skizze einer geognostischen Karte der Provinz Loja. Die Provinz ist durchaus gebirgig und es findet sich gar keine Ebene. Alles ist schroff, steil, zackig, und sie erinnerte mich mehr, als irgend ein anderer Theil der Anden, an die Alpenländer, obwohl kein einziger Berg in die Schneeregion reicht. Der höchste Punkt, der Guagra-uma (d.h. Ochsenkopf) im Norden der Provinz hat kaum 4000 Meter. - Der Hauptzug der Anden, oder die beiden Hauptcordilleren, welche hier keinen so regelmässigen Verlauf haben, wie in den nördlichen Provinzen der Republik, sich mehrmals nähern und zu Knoten verschmelzen (Knoten von Acayana, Cajanuma, Savanilla), bestehen aus Gneiss und Urschiefern in allen Varietäten, sind aber gegen Norden, gegen die Provinz Cuenca hin, fast ganz von alten Eruptivgesteinen bedeckt, und nur einige Schieferstöcke ragen inselförmig aus letzteren hervor. Die Quarzgänge des Schiefers sind goldführend und wurden zum Theil schon von den Incas ausgebeutet.